Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Der Gösser Ornat im k. k. österr. Museum für Kunst und Industrie

29

Auf  der  zweiten  Tafel  erkennt  man,  wie  wundervoll  alles  zusammenschließt; ­
  man  sieht  aber  auch  deutlich,  wie  sonderbar  die  Austeilung  des
Ornaments  ist;  auf  der  rechten  Seite  der  Kasel  herrscht  das  Tiermuster  vor,
auf  der  linken  finden  wir  außer  drei  kleinen  Feldern,  die  dicht  am  rückwärtigen ­
  Mittelstücke  für  Tierbilder  ausgespart  sind,  nur  geometrische
allerdings  außerordentlich  abwechslungsreiche  und  farbenprächtige  —
Musterungen.
Es  ist  dasselbe  eigentümliche  System  der  Gegensätzlichkeit,  wie  wir  es
am  Pluviale  beobachtet  haben  und  wie  wir  es  noch  im  weiteren  bei  der
Betrachtung  des  Ornats  erkennen  werden.  Aber  wenn  unser  Stück  auch
ganz  vereinzelt  stünde,  so  könnte  man  an  dieser  Sonderbarkeit  nicht  zweifeln,

X'

v

»

%

♦

zJ

/

f'i

»

sss

:>

/♦V

Q

2222

2222

2222

2222

22^

2222

2222

2222

2222

2222

2222

2222

V

> v

w

V  V

x:

rx.

V'  V*

"s

HH

2:

Teil  eines  Antependiums  im  Dome  zu  Halberstadt

da  es  Tatsachen  gegenüber  eben  nur  Erkennen,  nicht  aber  Leugnen  geben
kann.  Wir  werden  aber  auch  sehen,  daß  sich  in  dieser  zunächst  sonderbaren
Anordnung  ein  ganz  bestimmtes  Kunstprinzip  ausspricht.
Wir  wollen  nun  ganz  rasch  die  einzelnen  Darstellungen  der  Kasel  ins
Auge  fassen  und  zwar  zunächst  die  jetzige  Rückseite  (Abbildung  auf  Seite
21).  Diese  muß  übrigens  auch  die  ursprüngliche  Rückseite  gewesen  sein,
da  die  Vorderseite  des  oben  nötigen  Schlitzes  wegen  kürzer  gehalten  war,
was  sich  bei  der  Rekonstruktion  übrigens  ganz  von  selbst  ergibt.  Wir
sehen  also  oben  auf  der  Rückseite  zunächst  in  einem  großen  Kreise
Christus  als  Lehrer  der  Welt  thronend,  vom  Sternenhimmel  umgeben,  die
„majestas  domini“;  vom  Kopfe  ist  wieder  fast  nur  die  Vorzeichnung  erhalten.
Die  Inschrift  des  Kreises,  die  mit  dem  Ausschnitte  oben  aber  zum  Teile
verloren  gegangen  ist*,  lautet,  so  weit  sie  sich  noch  feststellen  läßt:  Hh  HOS  •
*  Vergleiche  die  Anmerkung  auf  Seite  25.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.