MAK

Full text: Ausstellung österreichischer Kunstgewerbe, 1909 - 1910

VORWORT 
sich in erster Linie von der Erwägung 
leiten lassen, daß nur das in die Räume 
des Museums Eingang finden sollte, 
was echt kunsthandwerksmäßige Be 
handlung von Material und Technik 
aufweist. Weder die Bevorzugung von 
Prunkstücken, noch die einseitige Be 
tonung einer bestimmten Stilrichtung 
scheint ihr zu den Aufgaben des Mu 
seums zu gehören; sie erachtet es viel 
mehr als ihre Pflicht, alles gesunde, ehr 
liche Streben nach Vervollkommnung 
künstlerischer Arbeit zu fördern, ohne die 
lebendige Entwicklung in Fesseln zu 
schlagen. Sie will beitragen zur Aus 
gleichung vorhandener Gegensätze und 
dem freien Spiel der Kräfte einen Boden 
bereiten, auf dem alle tüchtigen Leistun 
gen vor den Augen der Öffentlichkeit 
und zu deren Nutzen Zusammenwirken 
können. Als eine notwendige und wich 
tige Förderung des Kunstgewerbes er 
scheint es ihr aber, die schaffenden, ent 
werfenden Künstler mit dem Gewerbe 
und der Industrie in regere Verbin 
dung zu bringen, als dies bisher möglidh 
war. Dies wird beiden Teilen und den 
wirtschaftlichen Aufgaben der Kunst 
gewerbe zum Vorteil gereichen. Es ist 
daher schon bei dieser Ausstellung ein 
großer Teil der vorgeführten Objekte 
durch diese vermittelnde Tätigkeit des 
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