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MAK

Full text : Katalog der Special-Ausstellung von Schlössern und Schlüsseln im k. k. österreichischen Museum in Wien

Eingerichte  oder  Gewirre.

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124  Schloss  von  Eisen,  deutsch,  14 cm  lang,  6'5  breit,  sogenanntes
Pfundschloss,  da  der  Schlosskasten  die  Gestalt  einesGewichtes
hat,  der  Bügel  halbrund,  die  Schlüsselöffnung  am  Boden,
wo  der  gezahnte,  15 cm  lange  Schlüssel  eingeschoben  wird
und  durch  Zurückdrängen  der  festsitzenden  halbkreisförmigen ­
  Federn  den  Riegel  freimacht  .Mitte  des  18.  Jahrhunderts. ­
  (Geschenk  des  Herrn  J.  Auderietli,  Ebensee.)
Derartige  Schlösser  wurden  hauptsächlich  in  Ober-Oesterreich,
Salzburg  und  Bayern  im  17.  Jahrhunderte  allgemein  verfertigt  und
werden  heute  noch  in  den  genannten  Gegenden  zum  Verschlüsse  angewendet. ­

125.  —  amerikanisch,  7 cra  lang,  B’5 cm  breit,  in  seiner  Construction
  genau  wie  Nr.  124  (modern).
Diese  zu  Tausenden  aus  Amerika  nach  Europa  gebrachten,
auf  der  Weltausstellung  zu  Philadelphia  1878  prämiirten  und  patentirten
„amerikanischen  Schlösser“  sind  eine  Nachahmung  des  bereits  im
17.  Jahrhunderte  vorkommenden  Systems  (Nr.  124).
126.  —  von  Stahl,  deutsch,  8'5 cm  lang  (Vexir),  Schlüssel  als  A r orhängschloss,
  ähnlich  wie  Nr.  108,  das  Gesenke  ist  zu
schrauben,  der  Stift  mit  schraubenförmigem  Gewinde,  in
das  Hohlrohr  gesteckt,.öffnet  den  Griff.  Anfang  des  19.  Jahrhunderts. ­
  (Geschenk  des  Herrn  G.  Ritzinger,  Vorstand  der
Fachlehranstalt  Stadt  Steyr.)
Eingerichte  oder  Gewirre.
1450  bis  1700.
Das  Gehäuse  an  dem  Schlosse,  worin  die  Führungen  für
den  Schlüssel  angebracht  sind,  nermt  man  Eingericht  oder
Gewirre,  im  Mittelalter  „die  Seele  des  Schlosses“.  Dieser  Tlieil
war  von  besonderer  Wichtigkeit  zur  Herstellung  eines  sicheren
Schlosses,  daher  alle  möglichen  Combinationen  für  die  Riclitscheiben
  und  Besatzungen  erdacht  wurden.
Vom  15.  bis  in  das  18.  Jahrhundert  bestimmte  das  Handwerk
(Innung)  ein  Eingericht  von  7  bis  20  Richtscheiben  als  Meisterarbeit. ­

127.  Von  Eisen,  deutsch,  9 cm  lang,  G cm  breit,  mit  Schlüssel,  au
den  drei  Richtscheiben  sind  12  schräge  Reifen.  Anfang  des
15.  Jahrhunderts.
128.  deutsch,  7-5 cm  lang,  7 cm  breit,  mit  Schlüssel,  an  den
fünf  Richtscheiben  sind  fünf  Schwalbenschwänze  -  Keifen.
Aeusserst  schwierige  Arbeit.  Mitte  des  15.  Jahrhunderts.
121».  deutsch,  9 cm  lang,  9 om  breit,  mit  Schlüssel,  an  den
neun  Richtscheiben  sind  100  Reifen.  Ende  des  15.  Jahihunderts.
  Meisterstück.
130.  deutsch,  5 cm  lang,  6'5 cm  breit,  mit  Schlüssel,  an  den
drei  Richtscheiben  sind  17  Reifen.  Mitte  des  16.  Jahrhunderts. ­

            
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