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MAK

Full text : Jahrgang 28 (1937) (12)

Seite  128

INTERNATIONALE  SAMMLER-ZEITUNG

Nr.  12

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Rembrandt-Schule.
Hütten  und  Heuschober  an  einem  Gewässer
Der  blinde  Tobias  am  Fenster  sitzend
R  j  d  i  n  g  e  r,  Der  Falke  schlägt  den  Hasen
Saftleven,  Schiffswerft  auf  einer  Landzunge
Savery,  Springender  Stier
S  t  r  i  g  e  1,  Badestube
Tiepolo,  Kopf  eines  Engels  im  Profil
van  Valkenborch,  Liebespaar  am  Flußufer
Venezianer  Meister  des  18  .  J.,  Ansicht  des  Marktplatzes ­
  in  Venedig
Baptist  Weenix,  Dekorationsentwurf  mit  einem
Ausblick  auf  ein  Wasser
Jan  Weenix,  Stilleben  mit  totem  Geflügel
8  Bl.  Zeichnungen  italienischer  Meister
Deutsche  Graphik  des  18.  und  19.  Jahrhunderts.
I  assacrt,  Frederic  le  Grand
Berlin,  Die  Lindenrolle.  In  Friesform
Bock,  Frederic  II.
Chodowiecki,  Gabinet  d’un  Peintre,  E.  75
C.  D.  Friedrich,  Nachsinnende  Frau  zwischen
Bäumen  mit  Spinnennetz
Ders.,  Auf  der  Höhe  eines  Berges  am  Abgrund
stehendes  Mädchen

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567
572
5S0
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759
766
774
811
847

Kirchner,  Peterskirchhof  in  Salzburg
Wilhelm  von  Kobell.
Das  stehende  Pferd,  nach  rechts
Das  stehende  Pferd,  nach  links
5  Bl.  Landschaften  nach  niederländischen  Meistern
Der  Almosen  austeilende  Retter
Die  Herde  mit  dem  schreienden  Esel
Ruhende  Karawane
Rückkehr  von  der  Arbeit,  Kst.  Lex.  III,  80,  199
Kuntz,  6  Bl.  Ansichten  aus  dem  Schwetzinger
Garten
Maria  Kath.  Prestel,  A  View  frorn  Nature
Ders.,  2  Bl.  Hawking
Ders.,  Hirt  und  Hirtin  bei  den  Tieren
Runge,  4  Bl.  Die  Tageszeiten,  Nagler  1—4
Schwind,  Einsiedler  führt  Rosse  zur  Tränke,
Weigm.  S.  424
Sintzenich.
Catharina  II,  Nagl.  5
2  Bl.  Friedrich  Wilhelm  III.,  Louise  Auguste  Wilhelmine ­
  Amalie
Carl  August  von  Hardenberg,  Nagl.  16
Musik.  Nagl.  46
Ferdinand  Kobell,  169  Radierungen

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310
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Ein  Napoleon-Sammler.

Aus  Paris  wird  uns  geschrieben:  Eines  der  bekanntesten ­
  Originale  der  Seinestadt  wurde  in  diesen  Tagen  zu
Grabe  getragen.  Ueber  neunzig  Jahre  war  „Monsieur",  wie
er  in  der  Umgebung  der  Rue'  des  Martyrs,  genannt  wurde,
alt  geworden.  Seinen  bürgerlichen  Namen  Pierre  Descomb
  e  s  kannten  nur  wenige.  Descombes  w'ar  der  Freund  des
Sohnes  General  Bertrands,  eines  der  großen  Heerführer
Napoleons,  gewesen  und  dieser  hatte  dem  abgöttischen  Napoleon-Verehrer ­
  eine  Reihe  wertvollster  Reliquien  geschenkt.
ln  der  Mitte  des  ungewöhnlichen  Raumes  steht  noch
ein  Sarkophag  aus  Bronze,  mit  einem  eingemeißelten  Schwert
über  zwei  Lorbeerkränzen.  Es  war  das  Modell  für  den  Sarg,
das  beim  Tode.  Napoleons  angefertigt  wurde.  Rund  um  den
Sarkophag  liegt  Erde,  beglaubigte  Erde  ‘  aus"  dem  "Grab‘des
großen  Franzosenkaisers  auf  St.  Helena.  Daneben  steht  ein

halb  vermoderter  vergoldeter  Thronsessel,  der  Napoleon  auf
seinen  Feldzügen  als  Ruhestatt  diente,  und  an  einem  Faden, ­
  der  an  der  Decke  befestigt  ist,  eine  Locke  aus  dem
Haar  des  Kaisers.  Den  größten  Stolz  des  Napoleon-Verehrers ­
  aber  bildete  der  rieben  dem  Sarkophag  stehende  Sessel ­
  aus  geflochtenen  Weiden  und  ein  darauf  befestigtes
Angelzeug.  Es  -war  der  Sessel,  auf  dem  Napoleon  stundenlang ­
  an  der  Küste  von  St.  Helena  saß  und  angelte.
Und  die  Angelrute  auf  dem  Sessel  ist  das  beglaubigte  Fischzeug, ­
  mit  dem  Napoleon,  um  sich  während  seines  Exils
die  Zeit  zu  vertreiben,  zu  fischen  versuchte.  Pierre  Descombes ­
  verließ  in  den  letzten  Jahren  seine  Behausung  nur
selten.  An  der  einen  Längswand  seiner  Dachkammer  hatte
er  steh  eint  "  Orgel  '  etnMiierr  feSsen,"  Ün  der  er  stundenlang
saß  und  ein  Requiem  nach  dem  anderen  spielte.

Briefmarken  mif  Trauerrand.
Von  Karl  Dopf  (Hamburg).

Beim  Ableben  unseres  hochverdienten  Reichspräsidenten ­
  von  Hindenburg  ist  bekanntlich  unsere
deutsche  Briefmarke  seinerzeit  mit  einer  schwarzen
Umrahmung  versehen  worden.  Das  schwarz  umränderte ­
  Bild  des  großen  Toten  hat  uns  und  der  Welt
draußen  den  schmerzlichen  Verlust  des  deutschen
Volkes  eine  zeitlang  in  Erinnerung  gehalten.  Als
Symbol  würdigen  Gedenkens  eines  großen  Verlustes
ist  die  Briefmarke  wahrhaftig  das  geeignete  Mittel.
Auf  kleinstem  Raum  erhält  sie  uns  das  Bild  eines
teuren  Toten  und  auf  kleinstem  Raum  spiegelt  sie
die  Trauer  eines  Volkes  um  ihn,  während  tausende
von  Briefmarkensammlern  dafür  sorgen,  daß  dieses
kleinste  Symbol  der  Trauer  auf  lange  Zeit  der  Nachwelt ­
  erhalten  bleibt.
Briefmarken  mit  Trauerrand  zum  Gedächtnis  großer ­
  Toten  sind  in  den  Briefmarkenalben  der  Sammler ­
  noch  eine  verhältnismäßig  große  Seltenheit.  Es
dürfte  uns  daher  interessieren,  was  es  auf  diesem
Gebiete  schon  gibt,  um  eine  kleine  Spezialsamm  1  ung
zusammenzubringen.  Die  ersten  Briefmarken  dieser
Art  sind  zwar  nicht  von  den  staatlichen  Postanstalten, ­
  sondern  von  den  früheren  Privatposten  herausgebracht ­
  worden.  Nach  einer  Mitteilung  von  Erich
PI  ohne  hat  z.  B.  die  Magdeburger  Stadt  (Privat)
Post  bereits  im  Jahre  1888  Marken  mit  Trauerrand
verwendet.  Es  handelt  sich  um  2%  Pfennig-Werte
mit  den  Bildern  Wilhelms  I.  und  Friedrichs
III.  Ob  diese  Marken  die  ersten  dieser  Art  in  Deutschland ­
  wa^en,  müßte  allerdings  erst  erforscht  werden.

Ebenso  wurden  entsprechende  Postkarten  mit  eingedruckter, ­
  ebenfalls  schwarz  umränderter  Marke  verwendet. ­
  Eine  Postkarte  mit  Trauerrand  und  ebenfalls
eingedruckter  Marke  stand  um  dieselbe  Zeit  auch
bei  der  Chemnitzer  Privatpost  in  Gebrauch.
Die  erste,  von  einer  staatlichen  Postanstalt  hergestellte
  Marke  mit  Trauerrand,  die  im  Jahre  1303
herauskam,  dürfte  überhaupt  kaum  ein  Sammler  besitzen, ­
  denn  sie  wurde  unmittelbar  nach  der  Fertigstellung ­
  wieder  vernichtet.  Es  mag  sein,  daß  irgend
jemand  einige  Exemplare  davon  gerettet  hat,  so  daß
sie  in  die  Sammlerkreise  kamen,  aber  es  ist  nicht
sehr  wahrscheinlich.  Erst  als  König  Al  exander  11.
von  Jugoslawien  in  Marseille  seinen  tragischen  Tod
fand  und  zu  seinem  Gedenken  eine  Todesmarke  erschien, ­
  wurde  uns  wieder  in  Erinnerung  gebracht,
daß  auch  einer  seiner  Vorgänger  Alexander  I.,
im  Jahre  T903  einem  ähnlichen  Schicksal  zum  Opfer
fiel.  Das  war  damals  der  Anlaß  zur  Herausgabe
einer  Todesbriefmarke,  die  von  den  Hofkreisen  mit
schwarzer  Umrandung  gewünscht  wurde.  Die  Marke
wurde  auch  hergestellt  und  war  also  die  erste  dieser ­
  Art.  Da  jedoch  inzwischen  der  Nachfolger  des
Königs  auf  den  Thron  kam,  sollte  die  Ausgabe  der
Todesmarken  unterbleiben  und  tatsächlich  wurden  die
bereits  hergestellten  Marken  vernichtet.  So  ist  die
Sammlerwelt  um  die  erste  Gedächtnismarke  mit  Trauerrand ­
  gekommen.  Dennoch  dürften  viele  ältere
Sammler  eine  Marke  besitzen,  die  sie  an  den  Tod
dieses  Fürsten  erinnert.  Es  wurden  nämlich  die  sonst
            
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