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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 3)

So waren die Ge- 
brüder Keller allmälig 
zu ganz erstclassigen 
Edelschmieden ge- 
worden, die vor allem 
die praktische und die 
technische Seite ihrer 
Kunst in ausserge- 
wöhnlichemMassezu 
beherrschen gelernt 
- hatten; denn ihre Ar- 
Vase und Büchse von E. Feuillän-e, Paris beiten, wie etwa das 
von ihnen ausgestellt 
gewesene silberne Five o'clock-Service für Automobilausflüge, dessen 
45 Stücke einerseits in einer kleinen, bequem tragbaren Cassette unter- 
gebracht und anderseits wohl einer weit weniger schonungsvollen Behand- 
lung als gewöhnliches Tafelsilber gewärtig sein müssen, bedingen in gleichem 
Masse knappste Zweckmässigkeit der Form und weitestgehende Solidität 
der Arbeit. Die grossen Erfolge auf diesem Gebiete haben dann das Haus 
Keller bewogen, auch das Feld der künstlerischen Edelschmiedearbeit zu 
betreten und hier einer der Bahnbrecher für moderne Formgebung zu werden. 
Die beachtenswerten Resultate, die das Haus Keller in dieser Richtung zu 
verzeichnen hat, werden durch die Abbildungen 
mehrerer seiner getriebenen Kannen modernsten 
Charakters bezeugt, die diese Zeilen begleiten. 
Die kantige, grätige Li- 
nienführung, die diese 
Formen aufweisen, fin- 
det sich auch in der ge- 
sammten Ornamentik 
der dem Hause Keller 
entstammenden Gegen- 
stände wieder, am auf- 
fallendsten vielleicht an 
der vergoldeten Bronze- 
montirung einer dem 
Czar gehörigen Lampe, 
die in Paris im Ausstel- 
lungsraume der Gebrü- 
der Keller zu sehen war. 
Diese Ornamente geben 
so recht den Charakter 
des festen, festigenden 
Metallbeschlages wie- Vasen von E. Feuillätre, Paris 
 
 
	        

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