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Volltext: Monatszeitschrift VI (1903 / Heft 5)

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erhalten. Breitner und 
Schulmeister streben 
auch bereits dahin. 
Den Fachschulen für 
Architektur zum min- 
desten wird in der all- 
gemeinen Abteilung 
kein Schülermaterial 
mehr vorbereitet, auf 
das Malerische wird 
das Hauptgewicht ge- 
legt, wie ja die ganze 
moderne Kunst in 
erster Linie von male- 
rischen Gesichts- 
punkten ausgeht. Dies 
durchzusetzen ist er- 
sichtlich Rollers päda- 
gogisches und takti- 
sches Bestreben. Es 
herrscht eine Zucht, 
ein Drill, ein einheit- 
licher Zug bei ihm 
sonder Beispiel; Be- 
lastungsprobenwerden 
da bei den Schülern 
Ausstellung der Wiener Kunstgewerbeschule, Bucheinband, Holzmodel- t . . 
druck auf Atlas, entworfen und ausgeführt von Mileva Stoisavljevic, Roller- un ernommen, W13 mr- 
Schule gends. Alles, was 
Roller tut und fordert, 
ist klug überlegt, vielleicht ausgeklügelt, wenn man so will, sein Tempera- 
ment, sein künstlerischer Enthusiasmus steht ganz unter seinem Verstande, 
seine Pädagogik ist nicht auf Gefühl und Erfahrung allein gestellt, sie ist 
kühle, rechnende Wissenschaft. Er will das auch an die Öffentlichkeit 
bringen, alle Arbeiten, die er ausstellt, sind unter lehrhaften Gesichtspunkten 
gruppiert und mit prägnanten, den Unterrichtsgang und seinen bestimmten 
Zweck charakterisierenden Schlagworten bezeichnet. Wie er es mit dem Akt- 
studium hält, vor allem auf Bewegungsstudien den Hauptton legt, haben wir 
schon vor zwei Jahren an dieser Stelle erörtert, die Ergebnisse, etwa in den 
Arbeiten der Schüler Fiebiger, M._Iung, R. Klaus, sind wieder überraschend, die 
Methode ist heute allgemein anerkannt, klar aber auch, dass sie denen den 
grössten Vorteil bringt, die die Form bereits völlig beherrschen. Anfängern 
könnte sie gefährlich werden, wenn nicht die gründlichsten Formstudien nach 
dem ruhenden Modell nebenher gingen. Wie auch Roller dies erkennt und 
beobachtet, zeigen die Fortschritte der Schüler innerhalb eines Jahres, sie
	        

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