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Volltext: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 12)

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von seiner ursprünglichen Form so viel eingebüßt, daß sich heute aus den 
vortindlichen Resten kaum noch ein Schluß auf die ursprüngliche Form 
desselben ziehen läßt. Dieser Chormantel besteht aus zwei größeren Gewand- 
hälften, die teils durch figürliche Darstellungen, teils durch gräcisierende 
quadratische Ornamente in vielfarbiger Stickerei gemustert werden." In der 
Tat liegt die Annahme einer Zusammensetzung sehr nahe; sie ist aber trotz- 
dem unrichtig. Das ganze Pluviale ist keineswegs zusammengesetzt, sondern 
mit Ausnahme der erwähnten späteren F lickstellen, die sich übrigens wieder 
dort befinden, wo das Stück naturgemäß am meisten abgenutzt wurde, durch- 
aus zusammenhängend ausgeführt. Allerdings reichte die Leinwand, auf der 
gestickt wurde, für die ganze Breite nicht aus, es läuft oben von rechts nach 
links ein breiter Leinenstreifen, der vom oberen Rande bis unter die unteren 
Kreise mit den Evangelistensymbolen reicht; hier ist dann ein Leinenstreifen 
so angesetzt, daß die Sahlkanten beider Streifen aneinanderstoßen, verborgen 
durch die eine Linie der Hakenkreuzei Man sieht also, daß diese Zusammen- 
setzung des Untergrundes aus zwei (in der Darstellung von rechts nach links 
laufenden) Streifen einfach nötig war, weil man nur über Leinwand etwa von 
einem Meter Breite verfügte, daß diese Zusammensetzung aber mit der Ver- 
schiedenheit der rechten und linken oberen Seiten gar nichts zu tun hat. Eine 
senkrechte oder schräge Naht läuft durch die Leinwand überhaupt nicht. 
Auch sei gleich erwähnt, daß es sich bei den geometrischen Ornamenten 
rechts nicht etwa um eine nachträgliche Ausbesserung handelt, denn dann 
müßte man an den Stellen, wo Fadenpartien der Stickerei ausgefallen sind, 
eine der linken Seite entsprechendeVorzeichnung auf der Leinwand erkennen. 
Dies ist aber nicht der Fall, ja 
es ist eine solche Vorzeichnung 
unbedingt ausgeschlossen; auch 
stimmen die Faden der Stickerei 
in allen Teilen des Chormantels, 
wie auch der übrigen Teile, durch- 
aus miteinander. Wir können auch 
vorausnehmen, daß die Ornamen- 
tierung der Quadrate selbst darauf 
hindeutet, daß dieser Wechsel der 
Ornamentierung schon ursprüng- 
lich beabsichtigt war. Während 
nämlich sonst alle Quadrate, mit 
Ausnahme einiger unvollständiger 
am Rande """, mit Tierliguren aus- 
gefüllt sind, zeigen die gegen die 
": Nebenbei bemerkt, ist auch die obere 
Sahlkante, wo nicht die späteren Ausbesserungen 
liegen, noch erhalten. 
"' Auch eines unvollständigen neben dem 
Markus-Löwen. Gold- und Purpurgewebe, XIII. Jahrhundert 
 
83'"
	        

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