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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 12)

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
schwarz polierten Bimholz starke rote Stoff- 
flächen und weiße Wände in seinem Musik- 
zimmer gegenüber. 
Stets wird ein kräftiger Farbenakkord 
als Schlüssel der Farbengebung festgelegt, 
durch dessen ernste oder heitere, prunk- 
volle oder einfache Wirkung die Stimmung 
des Raumes bestimmt erscheint. 
Mit festem Zusammenschluß wird die 
Wandverkleidung, die Höhe der aufgebau- 
ten Möbel mit der Türhöhe in Zusammen- 
hang gebracht, während die übrigbleibende, 
möglichst ununterbrochene friesartige 
Wandfläche in der Regel hell bleibt, wenn 
darunter starke Farben auftreten oder 
kräftig getont wird, wenn Weiß oder 
Schwarz im Holzwerk vorherrschen. 
Wie solche stramme Einheitlichkeit 
auch den kleinsten Räumen Reiz verleiht, 
zeigt C. Poppovits mit den beiden aller- 
liebsten kleinen Restaurationslokalen für -. 
den Neubau der „Tabakspfeife" (aus- 
geführt von H. Irrnler). Ihre Farbigkeit 
ISt dllfßh treffliche Materialbehandlung Ausstellung österreichischer Kunstgewerbe. 
reizvoller I-Iolzgattungen erzielt, die durch Piälffäzzfznizoggfiäfäz?iäglätgo" 
gute Stoffe und mitunter auch durch Em- 
fügung wirkungsvoller Handarbeiten (in diesem Fall durch Stickereien von 
Anna Cippico) und durch reizvolle kleine Bilder (von Alice Wanke und A. Basel) 
unterstützt wird. Ganz intime und bis ins Kleinste gefeilte, vollendete 
Innenräume, bei denen die Absicht des Entwerfenden von einem vollen 
Verständnis und Können des Ausführenden begleitet wird, und wo jedes 
Detail besonders gewählt und vorbereitet ist, vermitteln sehr gut die zvvin- 
gende Wirkung einheitlicher moderner Innendekoration. 
In solche Räume stimmt wieder nur gutes modernes Kunstgewerbe, das 
von demselben Geist erfüllt ist. 
Was die Vitrinen bergen, was die Tischfläche schmückt, was jenes 
wohnliche, lebendige Behagen benutzter Räume geschmackvoller Menschen 
in zahllosen Kleinigkeiten ausstrahlt, all das muß unter demselben Einfluß 
zweckvoller Gestaltung, materialgemäßer Herstellung, bestimmter Farben- 
gebung stehen, damit es dem architektonischen Rhythmus zwanglos eingefügt 
werden kann. Es wird oft mit Recht bedauert, daß das praktische Leben nicht 
immer die führende Einflußnahme künstlerischer Berater ermöglicht. 
Es wird aber auch sicherlich nicht so oft an diese Einflußnahme appelliert, 
als es wirklich möglich wäre. 
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