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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 8 und 9)

Anton, dem Erbauer des Schlosses in 
Linz, die für die Linzer Provenienz 
der Grätlich Wilczekschen Eule ver- 
antwortliche Persönlichkeit vermuten 
dürfte, wenn wirklich die Eulenwerk- 
statt identisch sein sollte mit der 
Hirschvogelsf eine Annahme, deren 
präzisen Beweis wir nach wie vor 
schuldig bleiben. 
Dem Koburger Doppeladler in der 
Form ähnliche Fayencepokale sollen, 
wie sich Herr Direktor ]ustus Brinck- 
mann zu entsinnen glaubt, in Rußland 
existieren. Falls sich diese als nicht- 
russisch und zugehörig zu unserer Am, m Nürnbergerscheibe 
Gruppe erweisen, würde ihre Pro- 
venienz eine neue Brücke schlagen zu den Fundamenten der Hirschvogel- 
Hypothese, insofern Hirschvogel Herbersteins russische Gesandtschaftsreise 
illustrierte und einen Plan von Moskau zeichnete. Mit Rücksicht auf Sieg- 
munds von Herberstein und Georg Loxans polnische Beziehungen gewinnt 
auch die Provenienz der Breslauer Eule (vgl. a. a. 0., Seite 99) erhöhtes 
Interesse. Im Hinblick auf die Tiroler und Hörmann-Theorie (a. a. 0., 
Seite 95) könnte vielleicht noch die von Friedrich (Seite 3) aufgegriffene 
Nachricht angezogen werden, daß ein Baumeister Lukas I-Iirschvogel, dem 
die Sage die Erbauung oder wenigstens den Grundriß der Kirche zu Schwaz 
in Tirol zuschreibt, in dieser Kirche seinen Grabstein hat (i'- 1475). Dieser 
zeigt jedoch, wie ich nach freundlicher Mitteilung des Herrn Gefangenhaus- 
seelsorgers Paul Kneringer in Schwaz 
festzustellen in der Lage bin, das 
Wappen der Patrizier-, nicht der 
Künstlerfamilie Hirschvogel. Dagegen 
ist es in unserem Zusammenhang nicht 
ohne Interesse, daß der mutmaßliche 
Vorbesitzer der Kaufbeurer Eule, Georg 
ich mit Rücksicht auf gewisse Randanalogien zu der 
oben, Abb. ro wiedergegebenen Radierung von r548 
noch nicht ganz aus der Diskussion ausschließen. 
" Wenn sich die Echtheit der a. a. O. (Abb. xoo) 
wiedergegebenen Eule aus der Sammlung de 1a Herche 
noch herausstellen sollte, so ist für sie eine zweite 
Werkstatt anzunehmen. Alfred von Walcher macht mich 
darauf aufmerksam, daß die Narrenszene dieser Eule 
ganz ähnlich an einer aus Straßburg stammenden Kachel 
der Sammlung Figdor (Abb. Kunst und Kunsthandwerk, 
rgog, S. 343) auftritt. Die Übereinstimmung geht sogar 
so weit, daß beiden Reliefs die gerieften kugelförmigen 
Verzierungen der Arkade und die Delphine darüber 
gemeinsam sind. Abb. 30. Nümberger Scheibe 
 
 
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