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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 4)

sich von den kontinentalen Einflüssen das 
englische Möbel der Chippendale, Adam, 
Sheraton und I-Iepplewhite selbständig 
loslöste, um später auf den Kontinent 
zuriickzuwirken, wie diese Möbel in wei- 
ten Kreisen eigentlich noch fortleben, weil 
ihre Art so sehr mit englischem Empfinden 
übereinstimmt. 
Die für den modernen Zustand be- 
deutungsvollste Periode der englischen 
Raumkunst, die von Ruskin und Morris 
eingeleitete, vom Prärafaelitismus sozu- 
sagen ausgelöste Bewegung der Werk- 
stättengründungen für dekoratives Hand- 
werk ist von Muthesius in das richtige 
Licht gesetzt; diese Keimperiode der neuen 
Ideen liegt heute weit genug zurück, um 
richtig eingeschätzt zu werden. Gleich- 
zeitig sind wir aber auch schon in der 
Lage, die Einwirkung und Verarbeitung 
der wissenschaftlichen Einflüsse auf das 
Wohnen umschreiben zu können; was die 
Hygiene und ihr Helfer, der Ingenieur, an 
Umwälzungen schon angebahnt hat, ist 
sorgfältig verzeichnet. 
Und so sehen wir, von künstlerischen 
Anregungen und technischen Behelfen 
gefördert, die Neugestaltung immer weiter 
vorwärts getrieben. In mannigfaltigen Ein- 
zelbildern, die allen wichtigen Räumen 
des Hauses eine besondere Darstellung 
widmen, sehen wir diese Anregung ein- 
wirken, diese Hilfskräfte am Werk. Wir 
lernen zuerst die einzelnen Elementenäher 
kennen, aus denen sich die moderneRaum- 
Wirkung zusammensetzt: die Wand, die 
Decke und den Fußboden, sowie ihre 
Unterglieder, den Kamin, die Türen und 
Fenster, und endlich den beweglichen 
Apparat, das Mobiliar. Gerade bei diesen 
Ausstellung von Goldschmiedearbeiten in Bres- 
lau. 1905. Monstranz von Leopold Wilder aus 
Wien (Kat. Nr. 74x) 
Detailstudien konnte das Fortwirken spezifisch englischer Traditionen am 
deutlichsten betont, der Unterschied von kontinentalen Anschauungen in 
analogen Fragen hervorgehoben werden, so daß wir verstehen, warum nicht 
dasselbe entsteht, wenn zwei verschiedene Architektengruppen dasselbe 
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