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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 7, 8, 9 und 10)

werden", wie Professor Dr. Erwin I-Ianslik 
dasZiel des „Institutes fürKulturforschung" 
in Wien umschreibt, dessen Gründungs- 
aufruf Klimt selbst noch mitunterzeichnet 
hat. Nach dem Zeugnis des eigenenWerkes 
erscheint die Sendung Klimts in der Auf- 
gabe, eine Synthese des okzidentalen und 
orientalischen Kunsttypus herbeizuführen. 
Sie ist der österreichischen Kunst vielleicht 
immanent, worauf auch andereErscheinun- 
gen deuten, wie Richard Teschner, vieles 
  
Kunstschau rgzo. Kunsrschau rgzo. 
Schmuck, entworfen im Wiener Kunstgewerbe und ganz abseits Schmuck, enrworren 
vcn Dag. Peche, ausge- - ' ' ' von Dag. Peche, ausge- 
führtvonOskarDietrich hegende' W16 dle farblgen Pergamente der fühnvonOskarDiecr-ich 
Hede Trapp und anderes. Doch in Klimt 
dringt diese Aufgabe zum erstenmal in das Bewußtsein. Ihm war sie Problem 
und er löste es malerisch und ästhetisch. Aber die Synthese selbst, die ja 
wieder die Bedeutung 
einer Urschöpfung hat, 
lag doch außerhalb der 
war sie zur Lösung reif 
und trat mit Egon Schie- 
le in Erscheinung. Das 
Schicksal hat sein In- 
strument bald wieder zer- 
brochen. Aber das Neue, 
Möglichkeit dieses Men- 
schenlebens. Generatio- 
nenausjahrtausendfolgen 
wirkten an Thesis und ist Fleisch 
Antithesis. Gleichwohl geworden in seinem 
Werke. Neue Schönheit, tief verschleiert unter der morbiden Epidermis 
einer seiner Bestimmung erliegenden Kreatur. Doch sein Werk steht als 
wahrhaftige Urschöpfung vor uns. 
Der Entwicklung ist gerader Weg stets verlegt. Nur im Zickzack oder 
in Wellenlinien kann sie sich vorwärtsbewegen. Nun ruht das Werk Schieles 
gleich einem Findlingsblock im österreichischen Kunstgut für unbestimmte 
Zeit, bis eines Tages die Augen junglebiger Menschen daraus den Blitz 
der Erkenntnis empfangen. Wesentlich zur Ergänzung des Schaffensbildes 
der beiden Künstler sind die gleichzeitigen Ausstellungen 
im Kunstsalon Nebehay (I-Iotel Bristol) mit einer Auswahl 
von Handzeichnungen Klimts und dem 
dekorativen Fries für das von Josef 
Hoffmann in Brüssel erbaute Stoclet- 
Haus; ferner die I-Iandzeichnungen 
Schieles irn Kunstsalon Würthle. 
Neben dem Auserwählten sind 
noch die Werke mancher Berufenen 
in der Kunstschau, die gleichfalls der 
Atmosphäre Klimts nahestanden. Der 
neben Schiele nächst Berufene war 
 
Kunstschau rgzo. 
Schmuck, entworfen von Dagobert unerhörte 
Peche, ausgefühnvon Oskar Dietrich 
  
Kunstschau rgzo. 
Schmuck, entworfen von 
Dagobert Pechc, ausge- 
fühn von Oskar Dietrich 
Kunsischau rgzo. 
Schmuck, entworfen von Da- 
gobert Peche, ausgeführtvon 
Oskar Dietrich
	        

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