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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 7, 8, 9 und 10)

Weg, um sich ganz seinem Europäertum hinzugeben, diesem selbst neue

Aufgaben zeigend. Griffelwerke im vorbezeichneten Raume: Buchkompositionen,

 Illustrationen und Porträtzeichnungen. Letztere werden vom Maler

A. Faistauer im „Merker" vom I. Juni 1920 mit folgenden Worten gekennzeichnet:

 „Diese Art Zeichnung . . . . teilte in Wahrheit künstlerisch futuristisch

 mehrere Gesichter in einem mit. Die Vorgänge auf dem Gesichte

kontrollierten sich selbst in allen Räumen durch Durchschnittlegungen und

Konfrontierung mit dem zweiten Gesichte." Dazu sei bemerkt, daß kein Verführungsmittel

 zur Maske imstande war, den Künstler zu bewegen, es sich

damit bequem zu machen. Er assimilierte seine Mittel den Spuren so intensiv,

bis sie ein unmittelbar wirkendes Psychogramm zustandegebracht hatten.

Als Maler zeigt die Kunstschau Kokoschka mit drei Bildern. „Das Stilleben",

mit der Harmonisierung der vier komplementären Farbenkontraste: schwarzweiß

 (Ostwald), blau-orange, rot-grün und gelb-violett, mit sänftigendem

Braun inmitten. In der „]agd" ist Raum rasende Flucht in die Tiefe, voll

dynamischer Spannung. Bühne vehementer Bewegung von Reitern und

Hunden. Die Leidenschaft zur Vehemenz reißt das Sichthafte von den statischen

 Elementen des Bildbaues, dem Terrain, I-Iäusern und Bäumen, daß

sie verschwimmen und schwinden. In „Susanna" erlebt sich der Künstler

barock und offenbart odische Sehkraft. Dem Problem Klimts stand Anton

Peschke nahe in den zwei dimensionierten, starkfarbigen Blumenstücken.

Löste es aber nur koloristisch, nicht auch projektiv konsequent in jenem Sinne.

Hans Böhler gestattet der Tiefe nur geringen Spielraum zwischen imaginären

Bildebenen, in dem sich die Szene in zuständlicher Ruhe und visionärer Vergegenwärtigung

 erlebt. Über die stärkste Vitalität verfügt L. H. Jungnickel.

Die Gegenständlichkeit seiner Bilder liegt unproblematisch zutage. Das

Relief der Lichtverteilung schwingt in Weiß aus und stürztinkurzen Kaskaden

zur Schattentiefe. Ausdruck formt sich in zuckender Erregung. Sein Witz

rückt Temperamente in scharfes Licht.

Andere in der Kunstschau sind den herrschenden Richtungen der Ausdruckskunst

 angeschlossen. R. Chr. Andersen, nach dem unendlichen Wirkungsstrahl

 Cezannes orientiert, bringt in heller, subjektiver Farbenskala

Porträte, Blumen, kleine Landschaften, bewußt im malerischen Handwerk

beruhend. J. Feigl ein einziges Bild „I-Iäuser am Wasser". Herrschaft über

struktive Technik, reif und reich an malerischer Erfahrung. Paris Gütersloh:

Porträte der Maler Harta und Faistauer, Stilleben. Zu sensitiv, um Qualität

zu betonen. Bohuslav Kokoschka, aus analysierter Form behutsam aufgebautes

 Porträt. Lilly Steiner mit explosiver Wirkung der Farblichtwerte.

Viktor Tischlers Farbenmagie steigert nüchterne Wirklichkeit. Anton

Faistauer baut seine Bilder aus Sättigungskontrasten in entschieden betonten

Farbintervallen auf. Demgemäß bewegt sich auch die Komposition als deren

Träger innerhalb weniger, aber richtungsentschiedener Formen. Das verleiht

den Bildern primitiv, doch stark wirkenden Schmuckwert, während ihr Ausdruckswert

 in architektonischer Geste liegt. So gelangt der Künstler zu
            
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