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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 11 und 12)

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Schon der Aufbau der Ortschaften an den Berglehnen zeigt einen sicheren 
Instinkt. Besonders wirkungsvoll sind Jajce und Vranduk (alte Ansiedlungen 
mit Resten starker Befestigungen) angelegt. Das Steildach der Wohnhäuser, 
ihre freie Gruppierung an den Lehnen, passen vortrefflich zur Bodengesta1- 
tung, aus der sie hervorgewachsen erscheinen. In der Savegegend kommen 
malerische Pfahlbauten vor. 
Andrerseits zeigen Städtebilder wie jenes von Serajevo in ihren ältesten 
Teilen die mannigfaltigen Zufälligkeiten, wie sie durch die vorgekragten Ober- 
geschosse, die hölzernen Stock-, 
werke entstehen, welche von den 
Mohammedanern gerne ange- 
wendet werden und die bei der 
gekrümmten Straßenführung ab- 
wechslungsreich in Erscheinung 
treten. 
Die einfachsten, zumeist ein- 
räumigen nur aus einem Erdge- 
schoß bestehenden Wohnhäuser 
der bosnischen Landleute sla- 
wischer Nation gehören in ihrer 
primitiven Ursprünglichkeit dem 
ältesten Typus des Rauchhauses 
an. Der I-Iauptraum ist zugleich 
die Küche (Kuca) mit dem über 
den Boden nur wenig herausge- 
hobenen offenen I-Ierdplatz, des- 
sen Rauch durch eine Öffnung 
im Dache entweicht. Selbst die 
Decke fehlt diesem südslawischen 
Herdraum. Bei fortgeschritteneren 
Typen ist eine überdeckte Stube Kroatisches Bauernhaus in Dugaresa (Giebel) 
(Soba) von der Küche abgetrennt. 
Nach außen tritt über dem aus Luftziegeln gemauerten oder aus Lehm- 
Wänden hergestellten Geschoß schon das hohe Steildach, nach beiden Seiten 
abgewalmt (als Keildach), hervor. Ganz verwandte Typen finden sich auch im 
westlichen Kroatien. Während die Gegend von Agram das Strohdach zeigt, 
ist im Oguliner Kreis bereits das steile Langschindeldach üblich. Interessant 
ist die vorgelegte Laube, die in Kroatien selten fehlt; besonders in holz- 
reichen Gegenden, wo der Blockbau herrscht; es ist charakteristisch, daß 
der Zusammenstoß der Balken bei Ogulin mit Lehm verstrichen und geweißt 
wird, so daß mit Zuhilfenahme vertikaler Striche eine Art Netz oder Fugen- 
schnitt entsteht. Noch weiter wird dann die Annäherung an den Putzbau 
gebracht, indem das Holzwerk manchmal ganz mit einem Flechtwerk über- 
zogen und verputzt wird, so daß von außen der Blockbau nicht erkennbar 

	        

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