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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 9 und 10)

pnege. uaruner mnaus aber verlangt das Urtsmld, als ein Liesamtkunstwerk in ürundriß 
und Aufriß aufgefaßt, Wahrung seiner wesentlichen Eigenart. Hier tritt aber angesichts der 
wirtschaftlichen Gebrauchswerte und ihrer fortwährenden Umbildung die Erhaltung zurück 
gegen das Neuschaffen. Von diesem fordert eine vom l-Ieimatschutzgedanken getragene 
Ortsbaupflege, daß in städtebaulicher Hinsicht wie bezüglich des Einzelbaues Schönheit- 
liche Forderungewneben denen des Verkehrs und des Gesundheitswesens als solche 
öffentlichen Interesses gelten und durch Künstler verwirklicht werden. 
Die schöpferischen Äußerungen und Eigenarten des Volkstums, wie sie in Hausrat 
und I-lausindustrie, in der Tracht, in Sitten und Bräuchen, in Lied, Tanz und Volksspielen 
sich darstellen, zu erhalten, soweit sie lebensfähig sind, oder ihnen durch Bewahrung vor 
dem üblichen mindestwertigen, fremden Ersatz eine eigene Weiterentwicklung zu ermög- 
lichen, das ist die Aufgabe der Volkstumspßege. 
Der Heimatschutz ist nicht Wissenschaft, sondern Praxis. Aber diese Kulturpraxis 
braucht die Wissensgrundlagen der Volkskunde für die eben genannte Volkstumspflege, 
der Kunstwissenschaft für die Kunstdenkmalpflege, der Naturwissenschaft für die Natur- 
denkmalpflege. Sind diese drei Tätigkeiten wesentlich auf das Erhalten eingestellt, so steht 
jene der Ortsbaupflege und der Landschaftsptlege - das ist der Heimatschutz im engeren 
Sinne - wesentlich mit den schöpferischen Kräften materieller Zivilisation und ideeller 
Kultur des Gegenwartslebens und deren Zukunftsbestrebungen in enger Beziehung. Seine 
dem wirtschaftlichen und künstlerischen Neuschaffen zugewandte Tätigkeit bedingt also 
überdies einen klarenEinblick in die wirtschaftlichen und sozialen Vorgänge der Gegen- 
wart sowie die enge Fühlung mit dem Kunstschaffen derselben. 
Die gegebenen Begriffsabgrenzungen sind nicht überflüssige, theoretische Systematik, 
sondern nötig, um Mißverständnisse zu vermeiden, und wichtig, um in der praktischen 
Tätigkeit in sachlicher und persönlicher Hinsicht, in der Arbeitsorganisation wie in der 
Personenbestellung, Kräftezersplitterung und Mißgriffe auszuschalten. 
Diesen weitgespannten Rahmen füllt nun Zimmeter für den Tiroler Ausschnitt mit 
dem lebensvollen Bilde des Überkommenen, des innerlich und daher auch äußerlich oft 
gegensätzlichen 
Gegenwärtigen 
undderdaraussich 
ergebenden Auf- 
gaben für die Zu- 
kunft. In einerkur- 
zen, ausgezeichne- 
ten Schilderung 
charakterisiert er 
die Elemente der 
Tiroler Land- 
schaft, um für sie 
die Erhaltung der 
Naturdenkmale 
und derlandschaft- 
lichen Schönhei- 
ten im einzelnen 
zu fordern. Die 
Ausführungenüber 
die ersteren wer- 
Gitter von Johann Samuel Birckenfeld den künftighin 
(Aus dem Katalog der Omamentstichsammlung des Österr. Museums) durch daslnvgntar 

	        

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