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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1886 / 6)

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der Damen: v. Eitelberger, Bach, Kabilka, Mirani etc. ein dem Ministerium 
zu überreichender Bericht über den Industrialunterricht an den Volks- 
und Arbeitsschulen und dessen Verbesserung anschließen wird. Hierauf 
gelangte die Angelegenheit der für das Jahr 1888 in Aussicht genom- 
menen Gewerbe-Ausstellung zur Besprechung, wobei die vom Wiener 
Kunstgewerbevereine aufgestellten Bedingungen als entsprechend und 
gerecht anerkannt wurden. Hofrath v. Falke brachte weitet zur Kennt- 
niss, dass das österreichische Kunstgewerbe durch eine größere Zahl 
hervorragender Gegenstände auf der Berliner Jubiläums-Ausstellung ver- 
treten sein wird, und dass er im Vereine mit Hofrath Storck und Regie- 
rungsrath Bucher die Auswahl vorgenommen habe. Endlich gelangte die 
bereits in der letzten Sitzung besprochene Angelegenheit der kirchlichen 
Kunst in Oesterreich zu neuerlicher Verhandlung; es wurde ein Pro- 
memoria, welches vom Curatorium Sr. kais. Hoheit dem Erzherzog- 
Protector übergeben werden solle, verlesen und angenommen und schließ- 
lich dem vorgelegten Programme einer für Frühjahr und Sommer 1887 
projectirten Ausstellung von Gegenständen kirchlicher Kunst im Oesterr. 
Museum die Zustimmung ertheilt. Die Wahl eines Comitäs wurde vertagt. 
(Geschenke an das Museum.) Collection moderner englischer 
Thontiiesen von der n -ö. Handels- und Gewerbekammer; - neun photo- 
graphische Aufnahmen, Außem, Innenansichten und Details, der Basilica 
Santi Venceslai in Smichov bei Prag vom Architekten A. Barvitius. 
(Ankäufe) Das Museum hat auf der Auction Jaggiasco eine Anzahl 
älterer Gefäße in Fayence und Glas erworben. 
(Neu ausgestellt.) Madonna mit dem Kinde. Gorentinisches Marmorrelief, 15. Jahr- 
uundert, Eigenthum des Herrn Dr. Groß (Saal IV); Bernsteinkäsrchen, Eigenthum der Gräfin 
Marietta Coudenhove (Saal IV); Statuetre des FM. Graf Radetzky, 1848, nach dem 
Leben, in Holz geschnitzt vorn Tiroler Bildschnitzer Peter Noker, Eigenthum des Barons 
Sourdeau in Bozen (Saal IV); Schälchen und Döschen von Eisen, tauschirt, Schüler- 
arbeit, ausgestellt vom Fachlehrer J. Würbel der Prager Kunstgewerbeschule (Saal I); 
Porzellangruppe: Bekranzung eines Greises, Altwien, Eigenthurn des Herrn P. David. 
sohn (Saal II); Grabthor für den Friedhof in Ober-St. Veit, nach Entwürfen vorn Ar- 
chitekten O. Hieser mit prähistorischen Motiven lin Tombak ausgeführt vom Schlosser- 
meister M. To man; Kolossalstatue der nMedeau in Marmor vorn französischen Bild- 
hauer Paul Lemoyne, Privateigenthum (Arkadenhof); Fenster mit Glasgemalde aus 
der Glasmalerei-Anstalt von Penner 8x Schurer (Saal III). - In der permanenten Aus- 
stellung des Wiener Kunstgewerbe-Vereines: Transparente Photographien auf Leinwand 
als Fensterverzierung; verschiedene Möbel aus Rothbuchen- und Fichtenholz, Schreibtisch 
von H. Irmler. 
(Vorlesungen) Am 4. Februar hielt Reg-Rath B. Bucher einen Vortrag aber 
Sammeln und Sammlungen. Zunächst wurde nachgewiesen, dass nicht nur das Sammeln 
von Kunstaltetthumern, sondern auch die Kritik und der Spott über die Sammelwuth 
und nicht minder das Fälschen bereits im Alterthurne, wenigstens seit der Zeit der 
Diadachen und der Römer, so bekannt gewesen sind wie heutzutage, während Museen 
in unserem Sinne erst in den Tagen der Este und Medici entstanden. Die im sechzehnten 
und siebzehnten Jahrhunderte in Deutschland angelegten Kunstkammern umfassten dann 
alles Merkwürdige und Seltene, wissenschaftliche Instrumente und Missgeburten, antike 
Statuen und Arbeiten der Wilden, Gemälde und ausgestopfte Thiere u. s. w. Alte Inven- 
tare gewähren interessante Einblicke in die damals bestehenden Grundsätze für das Auf- 
bewahren und für die Anordnung. Aber schon in der zweiten Halfte des sechzehnten 
Jahrhundertes gab Samuel v. Quiccheberg eine sehr verständige Anleitung zur Classißca- 
tion alles dessen, was damals des Sammelns werth gefunden wurde. Er war indessen 
seiner Zeit vorausgeeilt, noch hundert Jahre später fand man in der Vermengung von 
Naturerzeugnissen und Kunstwerken nichts ungehoriges. Allmälig tritt die lehrhafte 
Tendenz stärker hervor und während die Naturwissenschaften das Bedurfniss empfanden, 
sich von dem Ballaste der bloßen Raritäten und Curiositäten zu befreien, gab die Auf- 
deckung von Pompeji erneuten Anstoß zum Anlegen eigener Kunstsammlungen. Das 
Verdienst, zuerst eine systematische Sonderung der Kunstkammer, der Kupferstiche und 
Zeichnungen, der Waffen und Rüstungsstucke, der Bibliothek, der mathematischen und
	        

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