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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1877 / 140)

d) ln besonders bewahrte anderweitige Hilfsmittel zum Zeichenunterricht mit Bezug 
auf Raumvertheilung und innere Einrichtung der Localitäten und im geeigneten Anschlusse 
an die diesbezüglich vorzulegenden, sachgemäss instruirten Pläne der Zeichensale, Mo- 
dellzimn-ier und Cabinete, wie z. B. Lichtblenden, Reissbrett- und Modellständer, Staffe- 
leien etc. 
Die Ausstellung ganzer Collectionen dieser Objecte ist selbstverständlich unmöglich; 
raisonnirende Kataloge, neue und besonders hervorragende Vorlagewerke, Modelle, Tafel- 
zeichnungen, Mustersarnmlungen u. s. w. werden die in den letzten Jahren gemachten 
Fortschritte am besten charakterisiren. 
Die einleitenden Bemerkungen zu den Katalogen oder die den Lehrmitteln beigege- 
benen Erläuterungen konnten enthalten: Angaben über die Höhe der jährlichen Dotation 
und des Zuwachses an Modellen und Vorlagen; Benutzungs- und Verwaltungsmodalitäten 
der Sammlungen; Bestand und Umfang praktischer Uebungsstätten, z. B. mit den Zeichen- 
schulen in Verbindung stehender Holzschnitzanstalten, Webeschulen, Stickereischulen u. s. w. 
Ferner 
SerieC: Unterrichtserfolge; Arbeiten derSchüler. Wissen- 
schaftliche Publicationen oder künstlerische Arbeiten der 
Lehrkräfte an Mittelschulen und verwandten Anstalten. 
Die Unterrichtserfolge eignen sich in den wenigsten Fallen zur Ausstellung; die 
Erfahrung lehrt, dass auf grossen Expositionen selbst das fachmännische Publicum nicht 
Musse genug findet, den meist unscheinbaren Producten des jugendlichen Geistes die ge- 
bührende Aufmerksamkeit zu schenken. 
Es ist sonach beabsichtigt, nur das Zeichnen und Modelliren der männlichen Mittel- 
und Specialschulen, wie auch einschlägige Arbeiten der Frauenschulen in qualitativ mog- 
lichst ausgezeichneter Weise zur Ausstellung zuzulassen in der berechtigten Voraussetzung, 
dass der Fortschritt auf diesen Gebieten ebenso unzweifelhaft sei als sich das Interesse 
des Publicums gegenüber dieser Art von Schülerarbeiten ungeschwacht erhalten habe. 
l. Unterrlohtserfolge im Zeichnen und Hodelliren an den eigentlichen 
Hittelsohulen. 
Um die Lehrmethode und den Gang des Zeichenunterrichtes in den einzelnen 
Jahrgängen der Mittelschulen aus den Schülerarbeiten entnehmen zu können, sind die- 
selben nach Classen zu sondern und so auszuwählen, dass die einzelnen Zeichnungen in 
ihrer vorzüglichen Ausführung den vorgeschriebenen Lehrgang charakterisiren und ein 
einheitliches Ganze bilden. 
Die auszustellenden Zeichnungen sind auf starken gleich grossen Canons von circa 
70 Centim. Länge und So Centim. Breite in gefälliger Weise zu adjustiren und getrennt 
nach den beiden Hauptrichtungen des Zeichnens in abgesonderten, stark gearbeiteten, sov 
genannten wSargportefeuillen- zu verwahren. Die in den Portefeuillen nach Jahrgängen ge- 
ordneten Zeichnungen müssen demgemass beschrieben sein und die entsprechende Notiz 
enthalten: wNach einer vom Lehrer gemachten Tafelzeichnungl; mach einer Vorlaget; 
wnach einem Modell,- 
Jedes Portefeuille soll überdies mit einer in die Augen springenden Aufschrift ver- 
sehen werden und an passender Stelle, etwa auf dem ersten Cartonblatt, in französischer 
Rondschrift den Lehrplan, die Frequenz in den einzelnen Jahrgängen, so wie etwaige be- 
sonders bemerkenswerthe Daten enthalten. 
Was die Modellirarbeiten betrifft, so sind selbstverständlich ganze Collectionen aus- 
geschlossen und können nur einzelne besonders gelungene und nicht zu voluminöse Ar- 
beiten von dem Bestande dieses Gegenstandes an den Mittelschulen Zeugniss geben '). 
2 Arbeiten der Schüler an den Speoialaohulen. 
Die Gewerbeschulen und andere Specialschulen werden sich nach den bei der 
Wiener Weltausstellung gemachten Erfahrungen nur ganz im Allgemeinen an die hier 
vorstehend gezogenen Grenzen halten können. Insbesondere durften, der Richtung der 
einzelnen Schulen entsprechend, die Arbeiten aus dem Bau- und Maschinenfache, in den 
verschiedenen Kunstgewerbezweigen, bei den Frauenschulen die sagen. vHandarbeiten-I, 
') Uebrigens werden auch die, zumeist von Schülern gearbeiteten Pläne und in- 
neren Einrichtungen der Schulhäuser die Zeichenfertigkeit und Geschicklichkeit der 
Schüler darthun.
	        

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