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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IX (1894 / 9)

 
zimmer, einen Barocksalon und ein englisches Schlafzimmer ausgestellt 
hat. Sehr Tüchtiges zeigen auch die Lemberger Firmen M. Prugar 81 Sohn, 
Anton Bobrich und Weber St Kirschner, während bei dem von den 
Gebrüdern Wczelak in Lemberg ausgestellten Speisezimmer der cassettirte 
Holzplafond entschieden das Beste ist. 
Außer der Landeshauptstadt hat auch Krakau sehr gute Kunsttischler- 
arbeiten aufzuweisen. Das Beste leisten Alois WendorH mit einem Schlaf- 
zimmer in niederländischer Renaissance. Ludwig Stasinski mit einem 
englischen Herrenzimmer und Gebrüder Muranyi mit vorzüglichen Bau- 
tischlerarbeiten. Des Guten zu viel that Wladisl. Duval mit einem Schlaf- 
zimmer im Barockstil. Dasselbe kann noch von einigen Firmen in der 
Provinz gesagt werden, so von Rogowski in Przemysl und Zipser in 
Biala, deren Buffetgesimse und Schrankverdachungen für den archi- 
tektonischen Aufwand eines kleinen Wohnhauses ausreichen würden. 
Neben den Zimmereinrichtungen sind noch holzgeschnitzte Altäre 
ziemlich zahlreich vertreten, denselben mangelt es aber fast durchgehends 
an einer guten architektonischen Gliederung. Das anspruchsvollste Werk 
ist der nach Zeichnung des Architekten Kowalczuk von Stanislaus Kruka 
in Lemberg ausgeführte Renaissance-Altar in dunkelfarbigem Eichenholz, 
dessen Architektur viel zu schwer gerathen ist und in keinem Verhältniss 
zu der zierlichen Ornamentation steht. Einen guten Gesammteindruck 
macht ein schlank entwickelter, gothischer Flügelaltar von Casimir Wakulski 
mit der Madonna als Himmelskönigin. Schade, dass die Reliefs auf beiden 
Flügeln und in der Predella, den Sündenfall darstellend, allzu Bach 
gerathen sind. Statt des grellen Ultramarinblau des Grundes wäre noch 
ein weniger schreiender Farbton zu wünschen. Einen guten, bemalten, 
romanischen Altar zeigt Taddeus Sokulski in Lemberg. 
Ungeschlacht und derb wirkt der große Altar in lichtem Eichenholz 
von Val. Lisinski in Brczesko. Gut gemeint, aber wenig gelungen sind die 
beiden Schnitzaltäre von M. Czernawski in Lemberg. 
An Kirchenutensilien sind noch die kirchlichen Gefäße und Geräthe 
in Bronze und Edelmetall zu erwähnen. Mehrere Firmen leisten hier sehr 
Anerkennenswerthes, so Peter Seib in Krakau mit guten Kelchen und 
Monstranzen, Alex. Piech in Sanok mit sehr guten ruthenischen Cultus- 
obiecten der mannigfalligsten Form und die Firma Jakubowskiälarra in 
Krakau mit schönen Kirchengeräthen und einer vom Architekten Prof. 
Zawiejski gezeichneten stilvollen Monstranze. 
Gewöhnliche Marktwaare bringen Uscienski 8: Sknuczyl im ruthe- 
nischen Pavillon. 
Anschließend hieran seien die großen Beleuchtungsobiecte erwähnt, 
welche die ebengenannte Firma Jakubowski öt Jarra für das von Prof. 
Zawiejski erbaute neue Stadttheater in Krakau ausgeführt hat. Diese Gegen- 
stände, der große Luster im Zuschauerraum und die Luster und Wand- 
arrne im Vestibule, Stiegenhaus und Foyer, sämmtliclt für elektrisches
	        

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