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Volltext: Alte und Moderne Kunst III (1958 / Heft 7 und 8)

 
Fertöd. Schloß Eslerhaza. 
Einblick in die sala tcrrcna. 
schwinden; bald alles in den JnmuIhigCn Garten, in einen be- 
zaubcrlcn Wald, in cincn hcrrlichcn 54ml verwandelt wird." 
Park und Schloß waren häufig Schauplatz glanzvollcr Festlich- 
keiten. Besonders Fürst NikoinuS Estcrhüzy, einer der rcichslcn 
Vcrtrclcr des europäischen Hochndcls, ziihllc oft die Königin und 
den Hof zu seinen Giislcn. Seine Empfänge, die berühmt gewor- 
 
Sluckdclzui aus uincixi Prunkilppilrluincnl. 
denen „Festins zu Eszterhäza" hat György Bessenyei gesehen 
und beschrieben 4. 
Die Namen der Baumeister des Schlosses waren lange unbekannt. 
Erst seit einigen Jahren wissen wir, daß die Pläne vom Hofbau- 
meister Mödlhammer und Melchior Hefele stammen. An der 
Ausführung hatte auch Nikolaus jacoby Anteil, dem bisher in- 
folge einer Stich-Unterschrift (jacoby del. et aedif.) die führende 
Rolle zugeschrieben wurde." Die meisten Fresken stammen von 
dem Wiener johann Ignaz Mildorfer, das Deckenfresko im 
Prunksaal jedoch von Bazil Grundemann, dem fürstlichen Haus- 
maler. Die Statuen sind Werke des aus Wien stammenden johann 
Friedrich Schroth. Neben den aus der Hauptstadt berufenen Mei- 
stern warcn in Eszterhäza aber auch zahlreiche Künstler der 
näheren Umgebung tätig. 
Im jahre 1790 ist der Bauherr, der die Idee der Errichtung eines 
ungarischen: Versailles in die Tat umgesetzt und ihr Sinn und 
Inhalt gegeben hatte, gestorben. Zu jener Zeit herrschte in Paris 
bereits die Revolution und sein Nachfolger konnte den glänzen- 
den Hofstaat nicht mehr aufrechtcrhalten. Seine Einweisung fand 
zwar noch in Sehloß Eszterhäza statt, bald darauf aber entließ 
er die Musikanten und Sänger. Er und seine Nachkommen lebten 
nunmehr fast ausschließlich in Eisenstadt. 
Mit seinem Glanz und Prunk war Schloß Eszterhäza dazu _be- 
rufen, der vornehmste Repräsentant des Reichtums und der 
Kunstliebe des ungarischen Hochadels im 18. Jahrhundert zu 
sein. Zum Preise dieses schönen Schlosses schrieb der Zeitgenosse, 
Dichter uno Leibgardist Maria Theresias, György Bessenyei: „Der 
Ruhm des Königs und unseres Volkes erforderte, daß Eszterhiiza 
glanzvoll und wunderwürdig gestaltet werden sollte. Man mußte 
zeigen, daß die von den Großen des Hofes in London und Paris 
gepflegte Lebenshaltung sich zu deren Ergötzen auch in Ungarn 
zu finden yermag, wegen welcher Tat man es zu bewundern 
kommt, das den Ruhm unseres Vaterlandes zweifellos bei allen 
Fremden lobpreisen wird". 
' lleulellyel Gyoi-gy: A1 ernst-um vlgnungnk. 1772. 
e Valko Arlnxtld: A umso: (euzlzrhuzl) xnmiy müvfuzel, weitet-u. Müveazellörte- 
netl Erlaultß um und 1955. 
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