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Full text: Alte und Moderne Kunst IV (1959 / Heft 5)

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oberung wahrzunehmen sich außerstande zeigten. Sie haben nach 
der „Kunst" geschielt und sie vermißt, während es um den 
hildnerischen Ausdruck der Wahrheit und somit darum ging, 
eine Form zu finden, in der sich gleichsam das Leben erst ein- 
mal selber wieder huchstabieren lernte. Das war alles und in 
diesem Trot , in dieser Mühsal, in dieser Vermeidung des ir- 
gendwie gefällig Künstlerischen und der ästhetischen Finessen 
hat sich Wotruba um vieles weiter voran-, weil um vieles näher 
an das Wesentliche und seine bildnerische Ausdruckssprache 
herangebracht, als es die gesteigertsten Ekstasen der „Mim- 
kel", die ralliniertesten Kontraste der Hohlraum-Masse-Gegen- 
überstellungen und ähnliche Kiinstlerleistungen vermögen. 
Der Gestaltbau in Blöcken löste sich dann ohnedies bei Wotru- 
ba, als er zu einer freieren Selbstverständlichkeit und Gelöst- 
heit nicht nur des bildnerischen Tuns, sondern auch der inne- 
ren Menschenbild-Erfahrting gelangte, auf. Statt der Blöcke trat 
gewissermaßen die sozusagen dünnwandige „Röhre", als das die 
ligurale Struktur bestimmende Element hervor. Schon vorher 
freilich, als Wotruba beispielsweise an dem 165 cm hohen Schrei- 
tenden in Kalkstein von 1950 52 gearbeitet hatte, der sich im- 
mer mehr aus der Umklammerung durch die Materie Stein be- 
freite, oder auch bei einer ganzen Anzahl seiner Bronzen aus 
den Jahren 194850, den Einzelliguren und den Gruppen-Reliefs, 
Stehende. Bronze, 1958, (85 cm hoch). 
In dieser stehenden Figur haben sich auch 
die letzten Reste des Schweren gelöst. Die 
Kanligkeit ist mehrfach gebrochen, die 
Rundung in das Bauen einbezogen. Die Pha- 
sen des Wachsen: gehen last ineinander 
über, wobei nur die nächst höhere Phase 
mit einer anderen Drehung ansetzt. 
wegzulügcn und durch sentimentale Appelle zu vertuschen. Sein 
entsprechendes Menschenbild trotzt sich dem Chaos ab. Es ringt 
sich aus der Materie heraus. Es setzt sich und baut sich in 
Blöcken, die die mühselige Ungelenkheil des Anfangs von Grund 
auf nicht weniger und nicht mehr als die Haltung des eigent- 
lichen Ungebrochenseins bezeugen. 
Daß man diese Blockbauperiode Wotrubns während der letzten 
Vierzigerjahre so wenig verstanden und S0 gellissentlieh ver- 
spottet hat, fällt unabwendbar auf die Spötter selbst zurück, 
die das Grundlegende in Wctrubas Gcstztltsuche und Gestalter-
	        
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