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Full text: Alte und Moderne Kunst VI (1961 / Heft 50)

 
Dem llause Eggenherg war nach der ungewöhnlichen 
Karriere Johann Ulrichs. in deren Verlauf der gebürtige 
Protestant von niederem Adelsstand bis zum mächtigen 
Reichslürsten und Herzog, zur rechten Hand des Kai- 
sers und zu einer Stütze der Gegenreformation empor- 
gestiegen war, nur für drei Generationen der Genuß von 
Rang und Reichtum beschieden. Im zweiten Jahrzehnt 
des 18. Jahrhunderts hatte sich das Verlöschen der Fa- 
milie im Mannesstamm in drei Generationen, dem ein- 
stigen kometenhaften Aufstieg entsprechend, ebenso rasch 
wie unerwartet vollzogen und mit dem erst ISjährigen 
Johann Christian war 1717 der letzte Eggenberger in 
die Gruft bei den Minoriten (Mariahill-Kirche) in Graz, 
dem Eggenbergisehen Stammbegräbnis, abgestiegen. 
Der immense Besitz an Herrschaften und Ländereien 
zerfiel nun durch teilweisen Rückfall an die Krone und 
Vererbung an durch Heirat verbundene Geschlechter. 
Trotzdem stellte der verbleibende Rest der steirischen 
Herrschaften und Güter, vor allem das Stammsehloß in 
SCHLOSS EGGENBERG 
II. Vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart 
FRITZ KRYZA-GERSCH 
Eggenbcrg und das Stadtpnlais in Graz, einen nicht un- 
bedeutenden Besitz dar, der aber vorerst in der lland 
der Mutter der beiden Eggenberg-Töchter verblieb. Als 
künftige Erben scheinen zunächst die Brüder Joseph- 
Siegmund und Karl-Kajelan Lcslie begünstigt, die am 
26. juni 1719 in großer Doppelhochzeit die fürstlich Eg- 
genbergischcn Schwestern Maria Anna Eleonorn und 
Maria Theresia heirateten. Erstere, als Ältere, die zu- 
künftige Haupterbin, wird zweimal Witwe und heiratet 
schließlich in dritter Ehe 1740 den Grafen johann Leo- 
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Mälllisllä
	        

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