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Volltext: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 78)

iegebenheiten und Ausgangspunkte für das Entstehen des bedeutendsten Freskenwerks der Nachkriegszeit in Österreich: Hubert Prachensky erbaute am 
an Ende der Europabrücke bei Innsbruck eine von der Auffahrt her gesehen mit einem kleinen Bergkegel über der Sillschlucht wie verwachsen ersch 
le. Sie öffnet sich nach der gegenüberliegenden Seite und ist vom Parkplatz aus zugänglich. Zwei sich dreiecksartig gegen den Kapellen-Innenraum schl 
lwände von ie dreizehn Meter Länge werden über der Sakralzone von einem Schindeldach gedeckt, während der äußere Teil der Wände im Bereich von 
i, die abwärts in das gedeckte Innere führen, frei liegt. Beide Teile werden von einer versenkbaren Glaswand getrennt. Die Kapelle öffnet sich also 
g nach außen und verjüngt sich nach innen, wo die Seitenwände ihren höchsten Punkt von sieben Metern erreichen. Daß hier einem Künstler einmal diet 
eboten werden sollte, Fresken anzubringen, blieb wohl zuwenig bedacht, da die beiden Flügel hierfür eine denkbar ungünstige Ausgangsposition bilde 
id wirkt sich auch der abseits stehende stählerne und häßlich bemalte Glockenturm aus. 
lchen Schwierigkeiten für das Ausmalen dieser Kapelle tritt noch die beherrschende Großartigkeit der Landschaft, die den Brückenbereich wesentli 
imt. Karl Plattner (über dessen erste Ausstellung in Wien in der Nummer 75 dieser Zeitschrift berichtet wurde) ist an ihnen iecloch nur gewachsen. Er 
einfallen lassen müssen, um der Gegebenheiten Herr zu werden, und es ist ihm auch eingefallen. Neun Monate lang hat er an Entwürfen gefeilt, bis 
im erreichten, das ihm den Beginn seines Freskenwerks an Ort und Stelle ermöglichte. Diese Vorarbeiten waren im Oktober 1964, knapp vor der Bee 
rbeiten in der Kapelle selbst, in der Galerie Taxis in Innsbruck zu sehen. Sie versinnbildlichen Plattners Gedankenarbeit, wie die äußerst schwierige u 
irtungsvolle Aufgabe zu bewältigen sei, sehr deutlich. Von bloßen Skizzen und Vorlagen kann keine Rede sein: es sind sehr ausgefeilte, technisch und gec 
uräse und in sich abgeschlossene Bilder, die auch nicht als zu übertragende Muster für die Fresken gedacht waren und verwendet wurden. Zum größ 
len sie sich heute in privaten Händen wie der hier abgebildete Entwurf zu einem Apokalyptischen Reiter, Ausgangspunkt fürjenen großartigen, über die 
gfegenden Totentanz auf Rössern. der dann an der Nordwand des Kapellen-lnnenraumes entstehen sollte. 
er liebt das Maß. Er gehört nicht zu ienen. die glauben. nochmals von vorn beginnen zu müssen und ein paar Jahrhunderte lebendiger Tradition vergi 
in, die für Plattner von Uccello und Piero della Francesca bis zu Jackson Pollock reicht. Er ist kein unbedingter Neuerer. er ist aber auch kein im üblicr 
"stehender Realist. Er weiß zu verbinden. Er weiß, was er dem Ererbten und was er seiner Zeit schuldig ist. Er weicht ihr nicht aus - aber er ignorie 
was war. Nicht nur als Künstler, sondern auch als wacher und denkender, meditierendes mit sehr praktischem Wesen vereinender Mensch weiß er all 
ngen zu begegnen, die einen Maler heute überkommen können. Er schuf sich einen unverwechselbaren und lebendigen, sich wandelnden, vervollkomn 
"otzdem essentiell gleichbteibenden Stil, der ihm viele Möglichkeiten offenläßt und in dem sich Traditionelles und Modernes treffen. Eine stets dominante grc 

	        

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