MAK

Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 93)

Heribert Hutter 
MATTHEUS KERN UND 
EIN LEGAT SEINER WERKE 
AN DIE AKADEMIE 
DER BILDENDEN KÜNSTE 
Die Sammlungen der Akademie der bilden- 
den Künste in Wien erhielten eine in mehr- 
facher Hinsicht bemerkenswerte Bereiche- 
rung. Der im Jahre 1962 verstorbene 
Medizinalrat Dr. Nicolaus Damianos ver- 
machte ein Konvolut von Aquarellen, 
Zeichnungen und Skizzen seines Groß- 
vaters Matrheus Kern der Akademie. 
Allein dieses Faktum ist der Erwähnung 
wert, denn im Gegensatz zu den ölfentlichen 
Sammlungen in den meisten Ländern der 
westlichen Hemisphäre kommen die öster- 
reichischen Museen nur selten durch Legate 
oder Schenkungen zu außerbudgetären 
Erwerbungen. Das hängt zweifellos mit der 
fast völligen Zerstörung des privaten 
Sammlertums zusammen, das den wirt- 
schaftlichen Belastungen der letzten fünfzig 
]ahre nicht standhalten konnte. Von den 
großen und mittleren Sammlungen Wiens 
bestehen heute fast keine mehr, neue 
konnten aus denselben Gründen auch nicht 
entstehen, und so erlosch die einst sehr 
rege Beziehung zu Kunstwerk, Sammel- 
wesen und Mäzenatentum fast völlig. 
Eine Bereicherung des öffentlichen Besitzes 
auf dem Schenkungsweg war in Österreich 
um so weniger zu erwarten, als 7 Wiederum 
im Gegensatz zu den meisten anderen 
Staaten - Widmungen für Kunst und 
Wissenschaft keinerlei steuerliche Berück- 
sichtigung oder gar Begünstigung er- 
fuhren. Somit fällt ein nicht zu unter- 
schätzender Anreiz für eine aktive Be- 
teiligung am Kunstleben fort. Eine andere 
Schwierigkeit besteht darin, daß in dem 
Bestreben, die eigene Leistung gewisser- 
maßen zu verewigen, mit Schenkungen 
häufig Bedingungen verknüpft werden - 
wie Verpflichtung zur ständigen Aufstellung 
des gesamten Legates, womöglich in eige- 
nen Räumen oder gar der Errichtung eines 
eigenen Museums - die fachlich oft nicht 
zu vertreten sind und auch technisch kaum 

	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.