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Volltext: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 94)

Illilloo 
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"E 1i4 
(an Viktor Vasarely 
lur von N. Schoeffer. Paris (Abb. 1. 
; der Ausstellung .,Kinctika" irn 
im des Z0. Jahrhunderts, Wien) 
Gauguiri, Studienblati mit Bauern 
Picasso. Nubische Tänzerin, um 
(Abb. 3, 4 aus der Ausstellung 
tcrzeichnungen" in der Albertina, 
I 
bei aller Spontaneität überlegt und 
konzentriert gemalten, vom Formaten 
wie von der Farbe her beherrschten 
Bilder verfügen über ein hohes Maß 
an Harmonie und innerem Gleichklang. 
Es handelt sich um eine ausgesprochen 
qualitätvolle, ästhetisch anspruchsvolle 
Malerei (sie wird in allen Formaten 
praktiziert, ohne deshalb Einbußen zu 
erleiden), die in Stille entsteht. die aber 
auch der Stille und Muße bedarf, um 
entsprechend aufgenommen und ver- 
arbeitet zu werden. 
Peithner-Lichtenfels: Korab, Philipp 
Besonderes Interesse verdienten die 
aualitätsvollen Malereien und Zeich- 
nungen von Karl Korab, die 7 gefolgt 
von einer sehr schönen Kurt-Absolon- 
Ausstellung in der Galerie Peithner- 
Lichtenfels in der Seilergasse zu sehen 
WClFEfl. 
Ohne zu iugendstilartig verbrämtem 
Kitsch Zuflucht zu nehmen (was einem 
ermatteten Fuchs wahrscheinlich Preis 
und Renommee vollends ruinieren 
dürfte) und dem Verschleiß einer Mode- 
iralerei, wie sie der Phantastische 
Realismus der Wiener Schule darstellt, 
zu unterliegen, erweist sich Korab 
ciuch mit seinen neuesten Arbeiten als 
eniuhtta vor Maler poetischer Stilleben, 
Marionetten und Köpfe, als hervor- 
ragender Zeichner herber, spannungs? 
geladerer niederösterreichischer Land- 
schaften, die mit zum Besten zählen, was 
auf diesem verhältnismäßig breiten 
Sektor innerhalo der Grenzen unseres 
Landes wdhrend der letzten Jahre gc? 
schaffen wurde. Es ist keine Frage, dcift 
Korabs Malerei und Graphik die vieler 
seiner prominenteren Kollegen glatt 
überrundcl hat (Abb 5). 
Peithner-Lichtenfels veranstaltete auch 
die erste Einzelaussteltung des Wiener 
Graphikcrs Kurt Philipp (Jahrgang 
1928). 
Philipps technisch interessante und be? 
herrschte Monotvpien, die in ihrem 
koloristischen und formalen Reichtum 
an Vegetatives, an Werden und Ver- 
gehen, an naturhafte Vorgänge allge? 
meiner Art denken lassen, verraten 
beachtliche Eigenständigkeit. Es handelt 
sich durchweg um farbig starke, de- 
korative Blätter, die auf den Betrachter 
suggestiv wirken. Titel wie „Die Welt 
hinter den Dingen", „Vor Frühlings? 
beginn", „Der unentdeckte Schatz der 
Pharaonen" oder „Zwischen Tag und 
Nacht" können als charakteristisch für 
die weitgesteckte, doch spezihsche The- 
matik genannt werden, Reduktion im 
Formaten und klarere koloristische 
Akzentuierung würden freilich in man- 
chem Fall zu merkbarer qualitativer 
Steigerung der Blätter führen. 
Galerie Tao: Wutancibe. Minnigerode, 
Moizi, Panzer 
Zu den führenden kleineren Ausstel- 
lungen der letzten Monate zählt zweifel? 
los die Kollektive des 1925 in Yokosuka 
geborenen Plastikers Riki Watanabe, 
die als Auftakt eines Japan-Festivals in 
der neuerdings sehr ambitionierten 
Galerie Tao im Palais Palffy stattfand 
und etwa 25 Arbeiten des in Tokio 
und Rom ausgebildeten Künstlers um- 
faßte. 
So wie für fast alle modernen Japaner 
bedeutet bildnerisches Gestalten auch 
für Watanabe Reduktion auf das We- 
sentliche. Form und Geist als die 
einander bcdingenden und befruchten- 
den Impulse des Schöpferischen be- 
stimmen seinc meditativen Bronzen, die 
trotz kleinen Formates echte Größe er- 
kennen lassen und im Betrachter den 
Eindruck von Weite, Ausgeglichenheit 
und Ruhe erwecken. 
Watanabc ist ein Künstler mit durchaus 
eigenständigem Vokabular. Abwechs- 
lungsreich und doch stets eine einzige 
originäre Handschrift wahrend, setzt 
er seine Zeichen, formt seine für den 
Dialog bestimmten Gleichnisse. Wata- 
nabes abstrakte Skulpturen sind im 
besten Sinn des Wortes modern, be? 
ruhen anderseits aber auf alter Tra- 
dition, die in ihrem Wesen erkannt 
und in zeitgemäßer Form weitergeführt 
wird. 
Christine Minnigerode (geboren 1943 
in Graz), Peter Moizi (Jahrgang 1935) 
und Friedrich Panzer (geboren 1945 in 
Judenburg), drei in Wien ausgebildete 
und auch hier lebende Maler der neuer- 
dings wiederholt zu Hoffnungen Anlaß 
gebenden Nachwuchs-Generation hat- 
ten sich für ihr bundeshauptstädtisches 
Debut ebenfalls die Galerie Tao im 
Palais Palffy auserwählt, Alle drei 
tendieren zu einem modernen, er- 
frischenden, zeitkritischen, im einzelnen 
durchaus verschiedenartigen Neofigura- 
tivismus, der in der Pop-Art der Ameri- 
kaner (Roy Lichtenstein, Larry Rivers. 
Rauschenberg usw,) und der gestischen 
Dynamik des ebenfalls von den USA 
ausgehenden Action?Painting seine Wur- 
zeln hat. Neben Begabung und Kon- 
sequenz ist den drei ambitionierten 
Mclern auch einiger Mut zu beschei- 
nigcn. handelt es sich bei ihren Bildern 
doch um Arbeiten, die im Hinblick auf 
ihre Machart und inhaltliche Ironie 
kaum Chancen besitzen, beim breiteren 
Publikum anzukommen und gekauft zu 
werden. Davon abgesehen,scheint eine 
tragfähige künstlerische Basis für die 
Zukunft jedenfalls vorhanden. Ein be- 
trächtlicher Teil der Exponate bewies 
dies trotz mancher Wenn und Aber, 
die von Fall zu Fall am Rande anzu- 
bringen waren (Abb. 6). 
Künstlerhaus: Eder und Grabmciyr 
Im Französischen Saal des Wiener 
Künstlerhauses gaben der Plastiker Otto 
Eder und der Maler Franz Grabmayr, 
zwei aus Kärnten stammende. in Wien 
ausgebildete Künstler, umfangreiche 
Einblicke in ihr in beiden Fällen von 
kontinuierlicherAuseinandersetzung ge? 
tragenes Schaffen. 
Grabmavrs Waldviertler Landschaften 
und Aktdarstelliingen, vor allem seine 
früheren Arbeiten, basieren zum größten 
Teil auf den Erkenntnissen, den ma- 
lerischen Ausprägungen und Eigen- 
arten eines Cezanne und Herbert 
Boeckl („Kopf", 1961). Grabmayr ist 
ein Künstler, der sich bewußt und 
hellwach an den alten Meistern orien- 
tiert und sich zu einer richtig verstan- 
denen Tradition bekennt. 
Seine expressiven, expressionistischen 
Bilder (darunter einige Arbeiten, die 
Vergleiche mit ähnlichem in Öster- 
reich nicht zu scheuen brauchen), sind 
bei allem Temperament und aller 
Kraft, die in ihnen steckt, immer Er- 
gebnisse eines um Gesetzmäßigkeiten, 
um gültige Erkenntnisse bemühten 
Gestaltens. Die malerische Intensität, 
aber auch das bis ins große Format 
beibehaltene kompositorische Können, 
tritt am überzeugendsten in den Bildern 
ntrtäuser" (1966), „Sandgrube" und 
der vom Bundesministerium für Unter- 
richt erworbenen „Landschaft mit 
Baum lll" hervor. 
Unter den aufrechten und liegenden, 
BILDTEXTE 5 r 6 
5 Karl Korob, Marionette (aus der Aus? 
siellung des Künstlers in der Galerie 
Peilhner-Lichtenfels, Wien) 
s Christina Minnigerode, Peter MOtZt und 
Friedrich Panzer, die drei jungen und 
ambitionierten Maler. die in der Galerie 
TOD tfTt Wiener Palais Patffy eine Grup- 
penausslellung zeigten 
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