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Volltext: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 99)

die mißtrauischcn Bemerkungen in den 
Briefen des Abtes von Sedlec, Heinrich 
Snopck, andeuten 4. Diese untersc ende 
Einstellung spiegelt sich, abgesehen von 
einigen Versuchen, das lneinanderfließen 
der Werke beider Meister zu trennen, in der 
ganzen Wlillmann-Literatur wider-i Zur 
vollen Anerkennung der künstlerischen 
Selbständigkeit Liskas führten erst die 
großen Funde und Studienergebnisse, die 
in letzter Zeit in zwei Ausstellungskata- 
logen und einigen Artikeln festgehalten 
wurdenä. 
Das jüngste, wahrscheinlich noch aus den 
achtziger Jahren stammende Bild Liskas 
stellt im ovalen Breitformat den Tempel- 
gang Maria? dar. Es wurde - was wegen 
seiner lockeren Vorrragsweise überhaupt 
nicht so absurd ist g im Moskauer Pusch- 
'70 
kin-Museum dem Giuseppe Bazzani zu- 
geschrieben 7'. Zeitlich stehen an der Spitze 
der Prager Liska-Bilder zwei Gegenstücke 
mit lebensgroßen X lltigurcn dcr hll. Am- 
brosius und (Jregorius aus dem Kreuz- 
herrenkloster (um 1690; Prag. National- 
galerie). Kurz darauf folgten die ersten 
Aufträge fur die Zisterzienser in Plass 
(Plasy), für die Li 
Bilder schuf; zwei davon (Noah und 
Abraham) waren angeblich mit der Jahres- 
zahl 1692 und vier weitere, Elias, Jakob, 
mit dem Engel kämpfend, Daniel und 
David, mit 1700 bezeichnet. Nachträglich 
wurde die Folge von I as Nachfolger 
Jakob Anton Pink mit Samsnn und Balaarn 
(datiert 1734) ergan . Diese Bilder kamen 
nach der Klosreraufhebung aus Plass in die 
Pfarrkirche zu Koälany (wo sie Johann 
sechs lcbensgroße 
Quirin Jahn 1794 vermerkte), sind aber 
heute leider verschnllenä. Xus derselben 
Zeit mochten wohl auch die sechs an den 
Pfeilern der Klosterkirche zu Plass auf- 
gehängten, leider nur aus alten A ichnun- 
gen bekannten Bilder, die „Lactatitf des 
hl. Bernhard, der hl. Bernhard mit der 
erscheinenden Mutter Gottes, der hl. R0- 
hert, der hl. Stephan, der hl Alberikus und 
der hl. Heinrich stammen. Im Jahre 1692 sind 
angeblich das kleine, durch grobe Über- 
malung verdorbene „Noli mc tangere" aus 
der Magdalenenkapelle in Plass sowie die 
übermalten (bz durch Kopien ersetzten) 
kleineren Bilder mit heiligen Büßern in 
den Aufsätzen der Beichtstühle in der 
dortigen Stiftskirche entstanden? Eines 
dieser Bilder wird durch das golden-warme 
Kniestück des hl.Augustinus identifiziert
	        

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