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Volltext: Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 157)

alles wird hier zu einem monumentalen Ganzen, 
zu hehrer Größe vereinigt, welches die kaiserliche 
Dynastie glorifiziert (Abb. 7-9). 
Auch die im Klostergarten in Lubiaz gesetzten gro 
Ben steinernen Skulpturen - Mohren, Atlanten 
u.dgl. darstellend - sind ein Werk F. J. Man- 
goldts. Ohne die Arbeiten in Lubiaz zu unterbre 
chen, hat der Künstler dann in den Jahren 1737 bis 
1738 für die Marienkirche am Sande (heute Piasek) 
in Breslau eine mit Reliefs und die mit zwei Figu- 
ren der Mohrenatlanten gezierte Kanzel ausge- 
führt". 
Zu weiteren bekannten Werken des Künstlers ge 
hören die bildhauerische Ausstattung für die Kir- 
che in Siciny bei Gora Slaska (1738-1742)'5, einige 
Skulpturen für die Kirche in Trzebnica (ca. 174O)'6 
und für die Valentin-Pfarrkirche in Lubiaz (1740- 
1745)". Die letzten uns bekannten Werke Man- 
goldts stammen aus Breslau: die schon im Floko 
kostil ausgeführte Stuckausstattung im Vestibül 
des ehemaligen St-Joseph-Konvikts (1749-1750)15 
sowie das monumentale Grabmal des Freiherrn 
Heinrich Gottfried Spaetgen von 1752-1753 
(Abb. 10). 
Später ist Mangoldt wahrscheinlich nach Tyniec 
bei Krakau ausgewandert. Dort ist auch seine Ehe 
frau Anna Helene, geborene Weber, verstorben". 
Ob und wenn welche Arbeiten der Künstler für das 
Benediktinerkloster zu Tyniec gemacht hat, ist 
heute schon nicht mehr zu erforschen oder zu be 
statigen. 
Es gibt außerdem zahlreiche Zeugnisse, dem 
Künstler andere bildhauerische Arbeiten zuzu- 
schreiben - sie sind aber nicht genügend 
belegtzi. 
Das bildhauerische Schaffen Mangoldts gestaltet 
sich, entsteht und entwickelt sich im Sinne und in 
der Sphäre der italienischen Kunst, besonders 
unter den Auspizien ihrer österreichisch- 
böhmischen Abart. Sein künstlerisches Werk ist 
reich und vielfältig, der Künstler hat die Bildhauer- 
technik sowohl in Stein, Marmor als auch in Holz 
beherrscht. Seine Stärke erwies er iedoch in Stuck 
und Alabaster. Er modelliert weich, seine Gestal- 
ten wirken tief beseelt, mit pathetischen Bewe 
gungen und regem Gestus. Er zeigt Vorliebe für 
exotische Gestalten, insbesondere Mohren, ein 
Motiv, das er mit Sicherheit von Brokoff angenom- 
men hat. In Fleliefen strebt er nach reicher Ausfül- 
lung des ganzen Bildgrundes. im Laufe der Jahre 
gerät Mangoldt in eine Phase des Manieristi- 
sehen, jedoch am Ende seines Aufenthaltes in 
Breslau löst er sich aus den bisherigen Konventio- 
nen und kehrt zu den Gestaltungsprinzipien des 
Flokoko zurück, was insbesondere im vorzüglichen 
Denkmal Spaetgens sichtbaren Ausdruck findet. 
iys-r-i 
 
Anmerkungen 14-21 
" H Mayer, Deutsche Earockkarlzeln "Studien zur de 
kunstgeschichtea Heft 287. s lts Straßburg 1932. Die 
denkmaler, u.c. Bd 1,reil t, s. 229. biekarizel wurde wahr 
Krieges (1945) ganz vernichtet. 
"i uhlnern,e.c., 48750. u. Triieiner Becker.oc,Sztuka 
Wiä,OC ,s passe 
lt unlricrn, 0,0, s 4a und so. u Thierrie, F Becker. n.c., 
wrccliiwia, de, sass, A. Ztnkler, n Frey, ecrundnia 
Klosterkirche ln Trebrrlfz Elrl Denkmal deutscher Kunst dl 
nlsatichszeir in scrilesien Breslau 1940. s. 3a 
" Sztuka Wroclawla, 0.6, s asyaee 
" Sztuka wrdclawia, 0c , s. saß 
W unlhern. d.c., s. 47 und so, u. Thleme, F. Becker. o c , Da 
mal des sarcri von speetgen in der st. Dorothsenklrcrle. 
lau. "Ostdeutsches kunstgewerbe-Blarti-ug i.Nr t Bres 
1sx1aa7, H Hotfmann, Die Dorotheerrklrche in Elresla 
Funrung Breslau (o. J i s 2ty22 
Verzeichnis der verstarbenen Brledern und Schwestern 
dieses verstrichenen 176a Jahr, und auch uizn andern Jan 
gelauleneh aus der uralten Erz-sruderscliall des nl 
kraulen Jesu und lvlariae wie auch scnnierzhalten Mutter- 
schalr. so wohl welche verstorben, als auch aufs neue sinr 
Ielbel werden, bey st Acialben .. in Breslau Bress 
druckirnitGrasslscnen scnriltenlivaals 7 Vgl auch "A 
schlesische Kirchengeschichte-i Bd s. 1941. s 21a. 
Manche Verfasser versuchten Mangoldt unter anderen 2 
Blidhauerarbeilen in den Kirchen in Glbgowek und kuiaii 
Opolskli zuzuschreiben 
 
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