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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 130 und 131)

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Henrietto - zurückzuführen waren. Von H: 
kam der Impuls für seine „Ostindien"-Beg 
rung, wie man damals den ganzen Komple 
fernöstlichen Länder vielfach bezeichnete, r 
cher primär aufwirtschaftlichen Ambitionen 
Diese guten Beziehungen zu Holland ermä 
ten es dem protestantischen Brandenburg 
keine Jesuiten in seinem Land kannte, ein 
bedeutendsten China-Bibliotheken seiner 
aufzubauen, die hauptsächlich das Werl 
beiden China-Experten Andreas Müller t 
1694), Prapst an der Berliner Nicoloikirch: 
des kurfürstlichen Hofrates und Leibarztes 
stian Mentzel (1622-1701) war. Mit ihrem Be 
an ca. 300 Sinica, die sich bis gegen End 
17. Jahrhunderts nachweisen lassen, dürfte 
Bibliothek einen beachtlichen Rang unte 
europäischen China-Bibliotheken eingeno 
haben. lnteressant waren in diesem Zusar 
hang auch die Versuche Andreas Müllers, 
sische Druckstöcke in Berlin anzufertiger 
wohl zu den ersten derartigen typograph 
Ansätzen für chinesische Druckwerke in E 
zählen dürften. 
Beinahe eine Ausstellung für sich stellt 
Sektion „Leibniz und China", bearbeite 
Frau Professor Dr. Margarete Kühn, dar. 
lernt hier den zu den universalsten Gelehrte 
17. Jahrhunderts zählenden Philosophen, 
riker, Mathematiker, Physiker und Diplol 
von einer bisher wenig bekannten Seite k: 
die ihn als ebenbürtigen Partner der in 
tätigen Jesuiten und zeitgenössischen Sinc 
ausweist. 
Da von Leibniz zum Thema China, das lltl 
Leben lang sehr intensiv beschäftigte, nur 
„Novissima Sinica" 1697 im Druck ersct 
sind, stellten die Autographen aus dem Le 
Nachlaß der Niedersächsischen Landesbibll 
Hannover den Hauptanteil dieses Ports, c 
vielseitige Themenkreise seiner universale 
gabung entsprechen. 
Leibniz, der begeistert Matteo Riccis Auffc 
von China als dem ldealstaat im Sinnt 
theoretischen Vorstellungen Platons teilte 
hier seine Gedankengänge von der „Har 
einer irdischen Welt" verwirklicht, und seir 
zes Bestreben zielte daher auf eine Intel 
rung des kulturellen Austausches auf der 
den Jesuiten eingeschlagenen Weg der A 
modation ab. Diesem Wunsch nach einer 
sivierung des Dialoges dienten seine spra 
gleichenden Studien, seine Bemühungen 
exakte Übersetzungen der klassischen Werl 
chinesischen Literatur und der Versuch, mit 
wissenschaftlicher Institutionen und dem A 
einer protestantischen Mission diese Bege; 
zu aktivieren. Wieweit diese Bemühungel 
Leibniz gingen, wird aus Dokumenten ersic 
in denen er Peter d. Gr. in seine Ost- 
Beziehungen einzuspannen versuchte. 
Einen weit größeren Einfluß als diese sc 
chen Zeugnisse über China haben die cl 
schen Exporte nach Europa an Parzellanen, 
gegenständen und Seiden ausgeübt, ein G 
das vom Verfasser zusammen mit den gest 
kunstgewerblichen Abteilungen dieser A1 
lung, mit Ausnahme der Stoffe und Tapiss 
bearbeitet wurde. Diese Exporte führten na 
lich im 17. Jahrhundert den Europäern e" 
mittelbares Anschauungsmaterial vor Auge 
große Bewunderung hervorrief und eine 
zu bewältigende Nachfrage nach den fer 
chen Kostbarkeiten aufkommen ließ. 
Die erste Kunde vom Porzellan hatte f 
Marco Pala gebracht, und erste Hinweis 
das Vorhandensein von chinesischen POl 
nen finden sich in den fürstlichen KUftSikül 
verzeichnissen des 15. und 16. Jahrhundert
	        

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