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Volltext: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 73)

 
sammelt, beschrieben und ausführlich 
entiert -, immer wieder ediert wor- 
Diese Bildersammlungen waren das 
isame Berührungsfeld aller Künste der 
:zeit, denn sie dienten den „oratori, 
itori, poeti, formatori d'emblemi e 
e, scultori, pittori, disegnatori, rap- 
ratori, architetti e diversatori d'ap- 
in gleicher Weise dazu, um „inventar 
Li, emblemi ed imprese, per divisare 
oglia apparato nuttiale, funerale, trion- 
er rappresentat poemi dramatici, e per 
e co' suoi proprii simboli cio, che puo 
in pensiero humano"13. Diese Iko- 
:n waren erst in den sechziger jahren 
. Jahrhunderts so weit entwertet, daß 
„schädliche Werke, die die Künste und 
ischaften quintessenzieren wollen", gal- 
e alle „emp0rlodern mögen, ein wohl- 
ides Brandopfer für den guten Ge- 
:k"14. 
: Patres dieser neuen Disziplin müssen 
lonymus des l-Iorus Apollinis, Venedig 
Andreas Alciatus mit seinen 1531 zum 
Male erschienenen „Emblemataf Pie- 
alerianus mit seinen „Hieroglyphica" 
und Cesare Ripa mit der „Iconologia" 
m Jahre 1593 angesehen werden. Der 
lus symbolicus" des Filippo Picinelli 
und das „Speculurn imaginum veritatis 
e" (1650) des jacobus Masenius sind 
manchen anderen Kompendien die 
malen Grundlagen dieser bildlichen Form- 
elemente sind der Inhalt des Proömiums in 
Cesare Ripas „Iconologia" mit dem Titel „De 
varie forme d'imagini con le loro regole"15, 
der „Tractatus symboli naturam et construen- 
dam methodurn" bei Picinelli Z6, die „Praxis 
inveniendi construendique liguratas imagines" 
bei MaseniusTl sowie der „Aditus" in 
Hieronymus Lauretus' „Silva allegoriarum"13 
eine notwendige und unerläßliche Voraus- 
setzung zum Verständnis der Grundformen 
des barocken Bildersystems. 
Aus diesem Schrifttum geht hervor, daß die 
bildlichen Formelemente sich gliederten in die 
Grundformen der Hieroglyphen (Symbole), der 
Emblemata (Devisen) und der Personifikatio- 
nen (Allegorien). In Analogie zur theologi- 
schen und poetischen Praxis konnten diese 
bildlichen Bausteine aufeinander bezogen und 
in Übereinstimmung gebracht werden. Sie 
konnten aber auch durch Historien, die die 
Funktion von Exempla hatten, erweitert wer- 
den. Diese Erweiterung konnte durch einen 
dreifachen Fatto erfolgen, einen Fatto storico 
sacro, Fatto storico profano und Fatto fa- 
voloso19. Alle Grundformen zusammen er- 
gaben letztlich ein System von über- und 
untergeordneten bildlichen Formelementen. 
Dieses System eignete sich hervorragend für 
die neuen Aufgaben, die die Barockzeit den 
bildenden Künsten stellte; für die großen Aus- 
stattungssysteme und Freskenzyklen, für die 
corpus) und durch das Lemma oder die Über 
schrift in Form einer Devise (forma, anima) zu 
der die Ekphrasis, eine Erklärung in Forn 
eines Sinnspruches oder Gedichtes, hinzu 
treten konnte 317. Die Personifikation War nacl 
der Definition und ihren Strukturelemente: 
des Genus proximum und der Diiferenti: 
specihca gebildet 31. 
Die Logik der Barockzeit unterschied jedocl 
mehrere Möglichkeiten der Definition, je nacl 
Umfang und Inhalt ihrer beiden Struktur 
elemente. So stellte die Definitio logica mi 
ihren sachlichen und bildlosen Angaben zun 
Genus proximum und zur Differentia specihc. 
nur eine der möglichen Denkformen dar-V 
Sie war in ihrer Anwendung auf den „stilu 
concisus" beschränkt. Daneben aber gab e 
die von der Rhetorik und Poetik so seh 
geschätzte und gebrauchte „definitio oratoria' 
oder „deiinition metaphorique". Diese Denk 
form bediente sich sowohl im Genus proximun 
wie auch bei der Dilferentia specifica de 
„Tropen" und „Figuren", d. h. der Metapher: 
in weitestem Sinne33. Im Stilus luxuriosus 
magnificus, oratoris, poeticus, scholasticus um 
sublimis wurden sie ausschließlich gebraucht 34 
Diese Stilformen aber waren auch jene, dii 
für den repräsentativen Aufgabenbereich de 
Barockkünste in Frage kamen. 
Das dominante bildliche Formelement für di. 
Künstler waren die Personißkationen. Si. 
waren die reifste Bildprägung. In den zahl
	        

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