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Volltext: Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 128)

1. Juli des Jahres 973 starb iener Bischof 3 
1 von Augsburg, der 955 zusammen mit 
ir Otto I. auf dem Lechfeld die entschei- 
e Schlacht gegen die Ungarn geschlagen 
und der wie seine Zeitgenossen und 
öflichen Mitbrüder Wolfgang von Regens- 
und Konrad von Konstanz einer der großen 
tümlichen Heiligen Süddeutschlands und 
'reichs wurde. Schon zwanzig Jahre nach 
rn Tode hatte ihm die katholische Kirche 
t die erste feierliche Heiligsprechung in ih- 
Geschichte unter Papst Johannes XV. die 
ihrer Altäre verliehen. Ulrich entstammte 
iamilie der späteren Grafen von Dillingen, 
e in der berühmten Klosterschule von Sankt 
an erzogen, war bereits seit 923 Bischof 
Augsburg gewesen. Als im Jahre H83 seine 
ikirche St. Ulrich und Afro in Augsburg 
argebrannt war, wurde sein Grab geöffnet. 
ird berichtet', daß man damals den Leich- 
des Heiligen in seinem Meßgewand samt 
aben unversehrt vorgefunden habe. So er- 
nt es sicher gerechtfertigt, die in der 
tzkammer von St. Ulrich und Afra verwahr- 
aeidenen „Ulrichs-Gewönder", nämlich eine 
tatika, eine Kasel, eine Stola und ein Mani- 
ferner einen Kelch, einen Elfenbeinkamm 
zwei kleine hölzerne Schüsseln, in ihrer 
tionellen Verbundenheit mit der Person des 
gen bestätigt zu sehen. Konservierende Ar- 
in anlößlich der Ausstellung „Sakrale Ge- 
:ler des Mittelalters" erbrachten den Nach- 
, daß die Seidenstoffe dieser Gewänder 
Jgnisse der byzantinischen Hofmanufoktur 
in. Die historisch belegte Tatsache, daß 
ie Stoffe vom Kaiserhof in Byzanz häufig zu 
ngeschenken verwendet wurden, gibt allein 
n genügend Hinweis auf die bedeutende 
ion des Ulrich von Augsburg innerhalb der 
wischen Reichspolitik. 
meisten Werke der bildenden Kunst der 
tischen und der staufischen Zeit, also der 
schert Kaiserzeit im engeren Sinne, vor 
n aber die lnsignien und liturgischen Ge- 
der der priesterlichen Hierarchie, gehör- 
zu den hervorragenden Ausdrucksmitteln, 
rag und Anspruch der Kirche in der Reichs- 
'ik sichtbar zu machen. Auch sind die prie- 
ichen Abzeichen und Kleider mehr als nur 
enstände einer Amtstracht, indem sie durch 
Benediktion vor der Übergabe an den Wür- 
röger selbst zu „res sacrae" erhoben wer- 
und als solche symbolisch gedeutet werden 
ien. „Es wöre erforderlich", meinte Percy 
t Schrammi „die Bedeutungsgeschichte 
s ieden Zeichens und der einzelnen Ge- 
dstücke zu schreiben; denn zusammen würde 
eine Geschichte des mittelalterlichen Ver- 
ens ergeben, das Sicht- und Greifbore als 
hen des Nicht-Sinnfölligen zu deuten". Denn 
J" bedeutet in der Antike, in der Spütantike, 
er Zeit der Völkerwanderung, im frühen, im 
an und im späten Mittelalter ieweils etwas 
z Verschiedenes, mögen auch noch soviele 
ogrophische und stilgeschichtliche Zusam- 
hänge nachweisbar sein. 
war daher die tausendjährige Wiederkehr 
Todestages des hl. Ulrich keineswegs nur 
erer Anloß zu einer Ausstellung „Suevio 
a", die im Augsburger Rathaus vom 30. Juni 
16. September 1973 zu sehen ist. Die frühe 
st des schwäbisch-alemannischen Raumes aus 
r Zerstreuung über die halbe Welt hinweg 
immenzuholen und zusammen zu zeigen, 
seit langem ein Anliegen nicht nur der 
dwissenschaftlichen Forschung. Als Veran- 
er zeichnen Diözese und Stadt Augsburg, 
Durchführung liegt in Händen der Städti- 
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