MAK

Full text: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 5)

ALERIE MIETHKE. Eine reichhaltige Ausstellung, lohnend auch für den Kunst- 
historiker. Er findet da Makarts grosses Deckengemälde aus Oetzelfschem Besitz, das 
recht unbekannt geblieben ist. Dunkles Holzwerk, in der Mitte sternförmig intarsirt, an den 
vier Seiten von Rundbogen 
gegen den blauen Himmel 
durchbrochen. Blumen- und 
Fruchtgehänge heben sich 
ab, Putti, Stilleben, und vier 
grosse Figurengruppen in 
Prachtgewändern. In den 
Figuren besonders ist Paolo 
Veroneses Vorbild unver- 
kennbar, es deutet auf die 
Zeit nach Makarts Aufent- 
halt in Venedig, der auch 
die Dumba'sche Saaldeco- 
ration befruchtete. Von 
Nachahmung ist bei Makart 
trotzdem nicht zu reden; die 
Renaissanceströmung trug 
ihn, aber er ruderte in ihr ...- 
mit eigenen starken Armem K. k. Fachschule Bozen, Relief von Fachlehrer F. Haider 
 
Sein rapider, saftiger, so im u 
Fluge sich selbst modellirender Pinselstrich, das mühelose Uberströmen der Palette, der 
eigenthümliche Glanzrausch, in dem seine Gebilde ungewollt aufgehen, sind ganz 
persönliche Eigenschaften. Der prächtige Plafond mit seinen warmen, luftig wogenden 
Schattenmassen und brillanten Details ist tadellos erhalten. Überhaupt dürfte mit der Fabel 
von der Unhaltbarkeit 
des Makarfschen Far- 
benprunkes dermalen 
schon ziemlich aufge- 
räumt sein. Manche 
seiner grössten, als be- 
sonders „solid" aner- 
kannten Zeitgenossen 
sind total zersprungen, 
während er sich im 
allgemeinen erstaun- 
lieh hält. Von öster- 
reichischen Künstlern 
sind noch Clemens 
von Pausinger und 
Hans Schwaiger zu 
nennen. Pausinger 
bringt neun neue Pa- 
stelle, meist Porträts. 
Eines haben wir in 
K. k. Fachschule Bozen, Geschnitzte Sessellehnen Paris gesehen, wo es 

	        
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