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Full text: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 6 und 7)

zeigt. Der Tüchtigste dieser 
Schule ist jetzt, nach Puchingers 
Austritt, Hans Pühringer, auch 
einer, der, ohne Schaden zu 
nehmen, auf den heterogensten 
Gebieten sich bewegen kann. 
Matsch' Vorliebe für prunkvolle 
Häufung verschiedenster Ma- 
terialien und Techniken, wie sie 
etwa der spätrömischen Kunst 
eigen war, tritt auch bei 
Pühringer entgegen, der sich 
in einer neuen Decoration für 
einen Wandbrunnen im Freien 
versucht und hiebei höchst ori- 
ginell und bizarr getriebenes 
Kupfer (die Treibarbeit von 
Klimt, Siegl und Stadler), Steine 
und Glas zu einer farbigen Dar- 
stellung einer liegenden Frauen- 
gestalt und eines Panthers ver- 
wendet. Einwandfrei und wirk- 
lich schön ist der von Pührin- 
ger entworfene und modellirte 
Weihbrunnen in Bronze, ägyp- 
tischem und mexicanischem 
Onyx, weniger klar und be- 
friedigend Entwurf und Studien 
für ein Interieur mit reichem malerischem Schmuck und Application 
auf Seide. Auch ein gestickter Tischläufer Puchingers zeichnet sich durch 
reizvolle Ornamentik und höchst feinsinnige Farbenstimmung aus. Alle 
anderen Stickereien aber, welche die Ausstellung bringt, sind in Farbe, 
Zeichnung, Format so wunderlich gezwungen, dass wir uns mit dieser 
Diversion der Schule nicht befreunden können. Auch Prutschers Speise- 
zimmer befriedigt nicht ganz, die Möbel zwar, wenigstens Credenz und 
Eckschrank, sind gut, der Brunnen aus Onyx und Kupfer an sich nicht übel, 
aber die in dünne Leisten gespannten Matten als Wandverkleidung sind 
unbedingt abzulehnen, da sich Staub, Rauchniederschläge und Krankheits- 
erreger aller Art darin einnisten werden. Man sollte sich hüten, solche 
Sünden im Namen der modernen Kunst zu begehen. 
Auch Prutschers Ledercassetten sind eine Spielerei, seine Schmuck- 
gegenstände hingegen, vom I-Iofjuwelier Mayr ausgeführt, nicht übel, ganz 
hervorragend aber sein Glasfenster, trefflich im Aufbau und der farbigen 
Massenvertheilung. Auf dem eigentlich malerischen Gebiete, welches 
K. k. Kunstgewerbeschule in Prag, Specialschule für textile 
Kunst (Professor Julius Ambrus), Entwurf von K. Dvoiak 
a8!
	        
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