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MAK

Full text : Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 6)

Teller, mit Vergoldung und bunten Malereien (Katalog 1566)

Wenn man alle jene Porzellane, die zwar antikisierende Elemente aufweisen,

 aber neben diesen es nicht unterlassen, auch der lebendigen Gegenwart

 Rechnung zu tragen, aus der Gruppe ausschaltet, die man als Empire

bezeichnet, so hat sich die Wiener Porzellanmanufaktur erst recht spät zum

Empire entschlossen.

Wir finden da zunächst die den griechischen Vasen nachgebildeten

Gefässe. Gegenstände, die durchwegs jahresstempel um das Jahr 90 tragen,

ferner im Genre der pompejanischen Wandmalereien dekorierte Teller und

Service verschiedener Art.

Ferner eine recht absonderliche Gattung: die Gefässe mit bronzeartig

 behandeltem tiguralem Schmucke. Diese falschen antiken Bronzen

in Porzellan entsprechen den gleichzeitigen bronzenen Lustern und bronzenen

Möbelskulpturen in Holz. Es ist ein und derselbe Geist, ein und dieselbe

Tendenz, aus der beide hervorgegangen. Die Seltenheit dieser Porzellane,

sie tragen alle einen Jahresstempel um x8Io, lässt uns schliessen, dass sich

dieses Genre nur kurze Zeit der Gunst des Publikums erfreute, dass ihm aber
            
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