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MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 1)


Brautzugskostiime aus der Gegend von Krakau (Kat. XI. 47, 48)

Die beiden I-Iauptarten der Spitze, die genähte und die geklöppelte, erscheinen in

ihren vielverzweigten Variationen. Der wesentliche Unterschied zwischen ihnen liegt „in

dem aus lose geschürzten Stichen bestehenden Maschengrund der Nadelspitze und

dem aus gedrehten oder geflochtenen Fäden bestehenen Maschengrund der geklöppelten

Spitze".

Bei einem Rundgang lernt man nun alle die Varietäten kennen. Eine Wanderung

durch die Kulturen ist es. Venedigs Prunkvergangenheit steigt mit den Reliefspitzen und

ihrer reizvollen Abart, den Points de rose, auf. Dann die Flacbspitze, vertreten durch eine

Stola der Gräfin Harrach, vermutlich von der Amtstracht eines Dogen stammend, die

venezianische Maschengrundspitze (point de Venise a reseau) und ihr Ausläufer, die

Buranospitze, rnit dem weich verschwommenen Grund und dem typischen Sternmuster.

Von der Buranospitze ging die Wiederbelebung der venezianischen Spitzenindustrie

aus. Als vor dreißig Jahren, während eines Notstandes, nach neuen Erwerbsquellen gesucht

wurde, kam man durch die Erzählung einer siebzigjährigenGreisin, Cemia, die in ihrerjugend

Spitzen genäht hatte, auf den Gedanken, diese Kenntnis neu zu beleben. Man verwertete

die Angaben und die Muster der Alten und gründete die Scuola di Merletti di Burano, die

sich sehr günstig entwickelte. Ein Meisterstück ihrer Arbeit ist das Tuch, das die Königin

Margherita für die deutsche Kaiserin herstellen ließ und das hier zu sehen war.

Das sind Nadelspitzen. Daneben aber gibt es in Italien auch trefiliche Klöppelspitze.

Bauernspitze ist das meist, ausdrucksvoll und kräftig in der Musterung. Nach alten Überlieferungen

 wird sie in dem Gebirgsdorf Volle Vogna gearbeitet. Besonderen Charakter

haben die Genueser Klöppelspitzen, sie sind gelblich und zeigen ein Zacken- oder Gerstenkommuster.

 Auf den Ufer- und Bergpfaden der Gegend von Rapallo, Santa Margherita,
            
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