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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 5)




 

auf das gleichzeitige wirtschaftliche Leben teilweise

wenigstens zurückgeführt wird. Sie ist dervollendete

Ausdruck der „EigenwirtschafW genau so, wie die

endlos geraden, künstlerisch völlig reizlosen _.

Straßenlinien der Neuzeit dem kapitalistischen ., l 4

Geiste einer Epoche entsprechen, die an Stelle '

eines „Weltgefühls", wie Berlage die einigende

 Kraft vergangener Zeiten nennt, die

mehr als je vorwiegende Sucht gesetzt hat,

aus Geld wieder Geld zu machen. jede Zeit

ist künstlerisch oder unkünstlerisch durch

die großen Züge der Gesamtlebensent- ,

Wicklung, die den Boden fruchtbar oder 

unfruchtbar in dieser Richtung machen. "

Im Wesen der Kraft, die erzeugend A

wirkt, liegt es aber, daß sie nicht einseitig

 immer die gleiche Richtung verfolge. Jahrhunderte hindurch war die

künstlerische Tradition in Blüte geblieben, wechselnd neuen Anschauungen

neue Formen verleihend. Allmählich aber trat jener Wechsel ein, der die

Stärke der Erfindung vom künstlerischen Gebiet ab und in andre Bahnen

leitete. Sie haben in der Welt der kontrollierbaren Kraftäußerungen neue

Gruppierungen geschaffen. Diese aber bedingen neue Ausdrucksweise, mag

auch der innerste Kern derselbe geblieben sein.

Bei der neuen Art der Siedelungen nun, wie sie in Form der „Gartenstadt",

der „Garden Suburb" sich darstellen, tritt Ursprung und Zweck deutlich

ausgesprochen zutage: das genossenschaftliche Moment, die in Erscheinung

tretende Einheitlichkeit gleicher Einzelkräfte, der kooperative Zug der Zeit,

das Kind, das aus kapitalistischem Geiste entstanden, sich gegen diesen

wendet.

Darin liegt auch die künstlerisch neue Aufgabe. Es handelt sich darum,

aus Elementen von nicht allzu stark differierendem, innerem Wesen und

Zweck durch geeignete Führung und Unterbrechung der Baufluchtlinien,

durch Gruppierung einzelner oder zu Reihenerscheinungen zusammengefaßter

 Bauten, unter feinster Beobachtung der durch Terrainbewegung

gegebenen Möglichkeiten, unter weitestgehender Nutzbarmachung vorhandener

 Baumbestände, etwas zu schaffen, das weder städtischen noch

Dorfcharakter hat, alle Vorzüge neuer Bebauungsverhältnisse in möglichst

günstiger Weise zum Ausdruck bringt, einheitliche Bilder schafft und

zwecks Wirkung zu ganz einfachen, im Charakter der Sache liegenden Mitteln

greift. Das trifft bei I-Iampstead alles zu.

Das gleichmäßigeZerstückeln desTerrains, was den Grundfehler mancher

„Villenviertel" oder „Cottageanlagen" bildet und architektonisch gute Wirkung

 nicht ermöglicht, ist durchaus vermieden. Ebenso, wo es sich um

Entwicklung größerer Baumassen handelt, das Prinzip der gleichmäßigen



 







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bb. 22. Garden Suburb Hampslead. Grundrißlösung

eines Eckhauses, Architekt: M. H. Baillie Scon

34
            
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