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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 2)

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Bekenntnis zur reinen Farbe, die man sonst in den unentschiedenen Künsteleien vermißt,

macht sein skizziertes Ölgemälde „GeburtJesu" interessant, außer dem unter seinen vielen

Arbeiten die Aktstudie „schönes Mädchen" am besten zeigt, wie weit erst seine Begabung

vorläufig reicht. In der Beherrschung der Form zeigen die dekorativen Gemälde und die

streng linear gehaltenen Holzschnitte von Erwin Lang dessen Vorzüge. Haltlos sind die

gern ins Mystische irrenden Phantasiestücke des Richard Asir von Rziha und die disparaten

Arbeiten von Robin Andersen, Klecksographien die Porträte des Paris von Gütersloh. Zwei

kleine Bilder von Karl l-lofer (München) heben sich in ihrer zielsichern Verve und"

farbigen Erscheinung auffällig von der Umgebung ab; man hat Hofer vor jahren hier in

der Sezession als kühlen Freskanten kennen gelernt, jetzt aber huldigt er der letztmodemen

Pariser Richtung, die den Zusammenhang mit den Alten wieder zu gewinnen trachtet.

Neben l-Iofer sind auch zwei Bildhauer als reichsdeutsche Gäste auf der Ausstellung vertreten.

 Der Düsseldorfer Hermann l-laller, aus der Schweiz stammend, huldigt in der

unfertigen Oberfläche seiner sonst wohl bemeisterten Akte einem Atelierprimitivismus

und möchte impressionistisch wirken. Anders der Westfale Bernhard Hoetger (Weimar),

der die durcbgefeilte und geglättete Form liebt, stark im seelischen Ausdruck ist und sich

dabei bewußt an die Gefolgschaft indischer und anderer entlegener Kulturen anschließt.

Um den Kosmopolitismus der gegenwärtigen Bestrebungen, der hier tiefere Wurzeln hat,

zu beweisen, hätte es nicht dieser Werke bedurft. Unsere jungen Stürmer und Dränger

lassen das Suchen und Tasten nur zu sehr verspüren. Sie dürfen sich nicht mehr darüber

beklagen, daß sie, weil der Akademie untreu, keine Beachtung finden; nun ist es an ihnen,

in Selbsterkenntnis bei ihrem bessern Ich Einkehr zu halten.

LTÜNGARISCHE FRAÜENARBEIT. lm Kunstsalon Heller ist eine Sammlung

 ungarischer Hausindustrie ausgestellt, deren Besitzerin, Frau Mathilde Nemes

in Löcse (Leutschau), sich um die Erhaltung der Tradition bemüht und sie in moderne

Arbeiten herüberleitet. Als Vorlagen dienen die alten Stücke, die in der Verblichenheit

ihrer unbekümmert bunt nebeneinandergesetzten Farben eine harmonische Würde entfalten.

 Es sind neben Garnspitzen in verschiedener Technik und durchbrochenen Leinwandarbeiten,

 die aus dem Durchbruch omamentale Vogelmotive entwickeln, vornehmlich

Stickereien, Teile der Volkstracht. In den Mustern der raumausfüllenden Dekoration kehren

immer dieselben Motive der Bauernblumen wieder, ursprünglich sparsam in der Farben!

Wahl, dann immer reicher, durch Gold gehöht und ganz apart, wenn diese Kompositionen

von schwarzem Grund sich abheben. Geometrische Muster sind nur bei den Spitzen zu

beobachten, sonst fällt besonders eine Zeichnung wie die eines Pfauenauges auf und unter

den florealen Motiven das der gefiederten Blätter. Über die Herkunft der Elemente dieser

in der modernen Nachbildung leicht etwas laut geratenden Stickereien möchte die Kenntnis

der ethnographischen Verhältnisse des Komitats wohl aufklären, trotz den im Lauf der

jahrhunderte iließenden Grenzen.

AS NIEDEROSTERREICHISCI-IE LANDESMUSEUM. Nun ist dieser

jüngste Zuwachs zu den Wiener Sammlungen unter Dach und Fach gesichert; das

ehemals Geymüllersche Palais in der Wallnerstraße hat aufgenommen, was sich auf eine

Anregung des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich und auf die tatkräftige Befürwortung

 vieler Gönner hin zu einer für Wien neuartigen Einrichtung herausbildete. Durch

Dr. Max Vancsa wurde Ordnung in das Vielerlei gebracht, so daß sich jetzt schon aus der

Übersicht über die kulturellen Güter des Landes und über dessen naturkundliche Zeugnisse

manche wertvolle Kenntnis ergeben wird. Für heute genüge die Voranzeige; demnächst

sollen die Gegenstände der Kunst und des bäuerlichen Handwerks eine eingehende

Betrachtung finden.
            
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