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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 4)

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benträume, deren einer uns ,bloß gegenständlicw an seine Holzschnitte erinnert, in

sichtbare Wirklichkeit zu übersetzen. - Über die wissenschaftliche Erforschung und die

praktischen Grundlagen, wie sie von den Professoren Emil Adam und Dr. Emmerich Selch

in ihrem technisch-keramischen Sonderkurs studiert und bereitet werden, wird man durch

Proben der bei Porzellan, Fayence und Steinzeug angewendeten Glasuren unterrichtet.

KLEINE NACHRICHTEN"

ERLIN. DEUTSCHE MEDAILLEN UND PLAKETTEN. Eine sehr

reizvolle Kunst, die noch nicht allzulange wieder in Deutschland neu belebt wurde,

ist die Kunst der Medaille und Plakette. Die erlesenen Werke der Renaissance gaben Vorbilder

 und die bewunderungswerten Stücke der französischen Meister Roty, Chaplain,

Charpentier lockten zur Nachfolge. Frankreich hat diese Artistik auch zweckvoll ausgenutzt.

 Seine Briefmarken, seine Münzen sind künstlerische Modellierungen. Und die

schreitende, weithin säende Frauengestalt, la France, ist eine Schöpfung Rotys.

Deutschland hat ja leider noch sehr häßliches Geld und die Postwertzeichen und

Scheine blühen in kompromittierendem Ungeschmack. (Während zum Beispiel auch Österreich

 in allen seinen Marken, vor allem aber in den Spezialitäten Bosniens und der Hercegovina

 mit Landschaftsminiaturen hohe Kultur zeigt.) Dabei gibt es bei uns hervorragende

Begabung für solche Kleinskulptur. Einen Eindruck davon erhält man in einer Schautischsammlung,

 die das Kunstgewerbemuseum aufbaute.

Man sieht hier repräsentativ vertreten Meister wie Ernst Moritz Geiger mit einer

Landwirtschaftsmedaille, auf der ein kraftvoller Stier in allen seinen Prachten prangt, als

wäre er Europas Stier, und man könnte sich die Umschrift dazu denken: Quod licet Jovi,

licet bovi; ferner Lederer, den Bismarck-Lederer mit markig geschnittenen Porträtgedenkmünzen;

 Dasio mit einer vielseitigen Kollektion voll besonderer Physiognomie: Vignettenhaft

 sind einige, in das Kreisrund sind Gestalten

 eingeschrieben, wie sie in alten oder

von Josef Sattler erneuten Initialen erscheinen,

 zum Beispiel der „Städtebauerß eine

gewaltige sich bückende Christophorusgestalt,

 die in der zyklopischen Faust ein Haus

trägt, oder der Satyriker im Narrentanz, von

den Flatterschnüren einer neunschwänzigen

Peitsche umprasselt; andere haben interessante

 Patinierung und pikante Polychromie;

die jungfrau mit dem Einhorn trägt einen

goldenen Kranz und das Märchentier Goldhufe.

 Und der Erzengel Michael hebt sich

silberherrlich aus tiefbraunem Bronzegrund.

Großes wird im Porträt geleistet, Fülle

der Charakteristik auf kleinem Raum lapidar

gesammelt dargestellt. Hier findet sich meist

die Viereckform der Plakette. Während bei

der Münze die Schrift als Rundornament am

Rande kranzartig läuft, ist sie bei diesen

Tafeln als Sockelleiste verwendet. Eine sol-



K. k. Kunstgewerbeschule in Wien. Blumentopf,

Fayence, mit schwarzer Engobemalerei, Entwurf und

Ausführung von Ludwig Schmidt (Sonderkurs für

Keramik)

che Plakette widmete Hans Weddig dem

toten Menzel: ein schattenhaft auftauchendes,

 halb im Grunde haftendes Relief, die
            
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