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MAK

Full text : Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 3)

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einem Stiergefecht, eine Dogenfigur, Bilder aus Versailles und Paris, dann zumeist Porträtstudien.

 Im ganzen gegen 25 Bilder.

Der Tanz ist ebenso modern in der Kunst als in der Geselligkeit. Viele Künstler

befassen sich damit, „getanzte Gesten" festzuhalten. Von Francis Auburtin sehen wir

hier sechs Studien aus der Tanzschule von Loie Fuller.

Der Italiener Gennaro Favai hat eine neue Art Wasserfarben erfunden und macht

damit Gouachebilder, welche vielfach wie Ölmalerei wirken. Die Farben sind sehr pastös

aufgetragen. Wir sehen hier sechs seiner Venedig-Bilder, LichteFfekte in sehr hellen Farben

von vorzüglicher dekorativer Wirkung. Dieselben würden ausgezeichnet in ganz weiß

gehaltene Räume passen.

Die Tiermaler Henri Bigot und Henry Baudot sind mit zahlreichen guten Stücken

vertreten, auch Luigini stellt acht seiner so charaktervollen Landschaften aus. Die Fischerund

 Meerbilder von Marcette gehören auch noch in die Kategorie des Besten. Lucien

Simon ist ein unbestrittener Meister, wenn auch das Kraftvolle seiner Entwürfe zuweilen

an Härte streift.

Fernand Khnopfl" fällt durch seine modern gestimmte Originalität auf. Frauenköpfe

mit etwas gläsemem Gesichtsausdruck, trotzdem in den Konturen geschickt gezeichnet.

Ein pedantisches Streben nach unregelmäßiger Disposition der verschiedenen Elemente

des Bildes kann auch als Effekthascherei abfällig beurteilt werden. Hierüber folge jeder

seinem Gefühl, insofern man Publikum ist.

Die „Union des Fernmes Peintres et Sculpteurs" besteht schon seit 33 Jahren und

umfaßt unzählige Mitglieder ausschließlich weiblichen Geschlechtes. Ihre Ausstellungen

finden alljährlich in den oHiziellen Räumen des Grand Palais statt; die diesjährige wurde

kürzlich nach Schluß des Salon d'Hiver eröEnet. Die Präsidentin der weiblichen Künstlergilde

 ist die Herzogin von Uzes-Mortemart, welche auf mehreren Gebieten der schönen

Künste selbst tätig ist.

Es ist einigermaßen entmutigend für die Kunstleistungen des schönen Geschlechtes,

wenn man gestehen muß, daß unter den beinahe x 300 Nummern der Ausstellung nur ein

verschwindend kleiner Prozentsatz überhaupt für eine Beurteilung vorn Standpunkte der

Kunst in Betracht kommt. Hierzu sei jedoch bemerkt, daß der an und für sich schöne

Zweck, zu welchem die „Union" gegründet wurde, für die Frauenwelt heutzutage ein

überwundener Standpunkt ist. Es ist nicht mehr wie früher für eine Frau mit Schwierigkeiten

 verbunden, sich an andern Ausstellungen beteiligen zu können, insofern ihr Können

den Aufnahmsbedingungen entspricht. Wir finden in allen Künstlergruppen hervorragende

weibliche Talente. Dieselben sind zumeist der „Union des Femmes Peintres" untreu

geworden und es ist zu vermuten, daß mit wenigen Ausnahmen nur ein Kontingent von

Dilettanten diesen Weg einschlägt, um vor das große Publikum zu treten. Diese Ausstellung

 wird, wie alle Veranstaltungen im Grand Palais, stark besucht.

Ich will hier dennoch die Namen einiger Künstlerinnen hervorheben: Es sind dies

die Damen Bret-Charbonnier, Suzanne Busney, Faux-Froidure, Fürstin Gargarine-Stourdza

(drei schöne Porträte), Suzanne Hure! (Lettres de disparus), Le Roy d'Etiolles, Maillart,

Paris, Sonia Routchine, Rogues und Vallet-Bisson. Die Pastellporträte dieser Dame

haben unendlich viel Schick und würden auch in jeder andern Ausstellung zu Ehren

kommen.

Es liel mir als allgemeine Betrachtung auf, daß in der ganzen Ausstellung gar keine

guten Landschaften zu finden waren. Die besseren Arbeiten sind lauter Genrebilder,

Porträte und selbstverständlich Blumenstücke.

In der Abteilung für Skulptur Enden wir einige sehr gute Stücke: die reizende kleine

Marmorfigur „Farniente" von lda Matten, zwei Tänzerinnen von Malvine Brach sowie

die Medaillen und Basreliefs in Marmor von der bekannten Madame Merignac.

Die Abteilung für Kunstgewerbe lernt uns nichts Neues; bekanntere Künstlerinnen

haben sich hierfür nicht besonders angestrengt.
            
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