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Full text: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 8, 9 und 10)

nicht, wie beispielsweise bei dem 
Meister H G, Wachsmodelle voraus- 
zusetzen sind, sowie die weitere Frage 
nach dem Zwischenglied zwischen 
dem Originalstein und der gegossenen 
Plakette, also nach den Modeln oder 
Formen, aus denen die Güsse hera 
gestellt wurden und über die die An- 
sichten noch recht geteilt sind. Braun 
neigt dazu, den Metallgußformen den 
Vorrang vor dem Formsand zuzuer- 
kennen, zumal eine Sandform immer 
nur wenige Abgüsse zugelassen haben 
würde. 
Eine noch ungelöste Frage ist 
auch die nach der Tätigkeit des 
„pleigiessers" oder „kunstgiessers" 
Peter Flötner des jüngeren, wohl eines 
Enkels des bedeutenden Nürnberger Re- 
naissancemeisters, und einigermaßen 
rätselhaft bleibt auch zunächst, was 
über die Metallpresse Wenzel Jam- 
nitzers und den Metallfigurendruck 
 
Wiegendecke mit Stickerei in Gold und bunten Farben, aus 
Skutari (Österr. Museum) 
Hans Lobsingers berichtet wird. Braun glaubt, in beiden Fällen an das Stanzen von ganz 
dünnen Metallblechen denken zu sollen, und mag damit wohl das Richtige treffen. 
Auch der Gießertätigkeit und überhaupt der gesamten Künstlererscheinung Hans 
Maslitzers wäre in diesem Zusammenhangs noch genauer nachzugehen. Allerdings wären 
dabei vorweg die in der bisherigen Literatur recht schwankenden Lebensdaten des Meisters 
festzustellen, worüber hier nur in Kürze gesagt sein soll, daß es sich wohl nur um den 
Hans Maslitzer handeln kann, der am 24. jänner 1534 gegen eine Gebühr von 4 Gulden 
 
Stickerei in Schwarz und Rot, aus Veles (Österr. Museum) 
in Nürnberg zum Bürger aufge- 
nommen wurde („Hanns Maist- 
liczer") und dabei als „kunstner" 
bezeichnet wird (Bürgerbuch von 
i496 bis 1534 im königlichen Kreise 
archiv Nürnberg, Blatt 185 a). Im 
August 1536 vextrug man sich noch 
einmal mit ihm .,auf das altt 
bürgerrecht" (ebenda, am Rande 
vermerkt). Aber schon vor seiner 
Bürgeraufnahme muß er längere 
Zeit in Nürnberg ansässig gewesen 
sein und eine erfolgreiche Tätigkeit 
entfaltet haben, wie deutlich aus 
dem Privileg hervorgeht, mit dem 
ihn Kaiser Karl V. 1532 begabte und 
demzufolge allen Untertanen des 
Reiches, namentlich den Messer- 
schmieden, bei Strafe von 5 Mark 
Goldes durch fünf Jahre vorn Da- 
tum des Privilegs an gerechnet 
verboten wurde, die von Maslitzer
	        

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