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MAK

Full text : Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 4, 5 und 6)

"s

Durchführung zu bringen und gab Zeit und Arbeit daran, außer Verhältnis

 zu den geringen Mitteln, die zur Verfügung standen. Ausdruck und

Bewegung sind fein abgewogen, miteinander verbunden und gegenseitig

begründet. Der Reiter, wie ein Bogen gespannt, hält sein Pferd zurück

und blickt frei und aufmerksam, wie auf vorüberziehende Truppen. New-York

 hat ein anderes Reiterdenkmal, das sich diesem an die Seite stellen

läßt: das Denkmal für General Sherman von Augustus St. Gaudens, dem

einzigen Rivalen, den Bitters Kunst in Amerika hatte. Sherman scheint

gegen Wetter und Wind anzureiten, einen äußeren Widerstand überwindend,

Sigel hält sich und sein Pferd zurück, innere Kräfte meisternd. Es ist schwer,

Männer und Werke, die auf gleicher Höhe stehen, gegeneinander abzuwägen.

Es will aber scheinen, als seien hier zwei Weltanschauungen verkörpert,

und über Gedanken läßt sich wohl urteilen. Der eine sucht die Kraft, der

andere das Maß, und da das Maß die Kraft voraussetzt, stellt es eine höhere

Vollendung dar. In ihm ist darum auch mehr Wirkung, und es ist bezeichnend,

 daß vor Bitter, der nicht nur in der Kunst, auch im Leben, dem

Maße durchaus ergeben war, äußere Widerstände von selbst zu weichen

schienen. Es mag nicht unerwähnt bleiben, daß St. Gaudens, der das Steigen

des Bitterschen Sternes nicht immer mit Wohlwollen verfolgte, in seiner

Todeskrankheit noch an Bitter ein

Schreiben richtete, in dem er

rührende Worte für das Sigelsche

Reiterbild fand.

Bitter war mitten in dieser und

anderen Arbeiten, als neuerlich

der Ruf an ihn ging, diesmal für

die Weltausstellung von St. Louis,

die 1904 zur jahrhundertfeier der

Erwerbung des Staates Louisiana

von Frankreich geplant war, die

gleichen Dienste zu leisten wie für

Buffalo. Nur ungern entschloß er

sich, sein glückliches stilles Schaffen

 zu unterbrechen. Als der Entschluß

 aber einmal feststand, war

er mit allem Feuer bei der Sache.

Wieder war das große Programm,

dessen Thema die Eroberung des

Westens bildete, sein eigenstes

Werk. Die Erfahrung von Buffalo

ließ ihn die Kommandogewalt,

welche ihm sozusagen über die G

ganze Bildhauerschaft der Staaten

übertragen war, noch milder, fast Szatuette „Diana" (m1)


            
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