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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XII (1897 / 1)

llä

Verunglimpfungen angewendet. Bei gewissen widerstandsfähigen Körpern,

Stein, einzelnen Metallen und Legirungen, Glas u. s. w., leistet das Vergraben

 in die Erde gute Dienste; im Falle das Resultat einer langsamen

Einwirkung gewisser Gase, insbesondere der Kohlensäure, imitirt werden

soll, das Einpacken der Gegenstände in Kuh- oder Pferdemist. Chemische

Reagentien, zumal Säuren und Alkalien, leisten in einzelnen Fällen Genügendes.

 Gegenstände aus Holz, Möbel und Geräthschaften werden mitunter

mit Hilfe eines Processes rationellster Art, ich möchte sagen nach physiologischer

 Methode ihres neuen Aussehens beraubt, indem sie der Fälscher

von armen Leuten eine Zeit lang in Gebrauch nehmen lässt. Diese

Methode führt namentlich in dem Falle rasch zum Ziele, wo eine große

Kinderschaar die Abnutzung der Gegenstände beschleunigen hilft.

Gelegentlich kann wohl auch der Fälscher gleich die Umstände benützen

und eines oder das andere der von ihm erzeugten uralten Erbstlicklein

der armen Familie durch einen eifrigen Sammler zufällig entdecken lassen.

Auch Beschädigungen mechanischer Art werden absichtlich angebracht.

 Hiebei ist ein Umstand charakteristisch, der weniger den Fälscher

als den Käufer angeht; der Umstand, dass bei gewissen Arten von

Kunstobjecten unter allen Umständen viel auf ihre tadellose Erhaltung

gegeben wird, bei gewissen anderen jedoch ihre gänzliche Unverletztheit

geradezu Misstrauen erregt. Gläser z. B. verlangt fast Jedermann nur

unverletzt zu besitzen und findet nichts Verdächtiges in ihrer guten Erhaltung;

 bei Limousiner Emailplatten hingegen findet es auch ein ziemlich

rigoroser Sammler ganz in der Ordnung, wenn sie mit Rissen, ausgesprungenen

 und verkitteten Stellen u. dgl. behaftet sind. Und doch

stehen solche Ansichten mit den als wahrscheinlich anzunehmenden Umständen

 in Widerspruch.

Bei der Fälschung von einzelnen Kennzeichen, die als Beglaubigungen

der Echtheit zu betrachten sind, spielt die Anbringung von Signaturen,

Marken u. s. w., die Ausstattung echter oder gefälschter Ohjecte mit

Wappen, Namen, Jahreszahlen und sonstigen, indirect zur Datirung

führenden Merkmalen eine mehr oder weniger bedeutende Rolle.

Solche Kennzeichen werden an echten Gegenständen angebracht,

um ihren Werth zu erhöhen, wobei vielleicht ein schon vorhandenes,

minder wichtig erscheinendes Zeichen getilgt wird; oder sie werden

einem ganz oder theilweise neuen Producte mit auf den Weg gegeben.

Der Fälscher gibt sich hiebei oft gar nicht die Mühe, solche Marken

u. dgl. nachzuahmen. Er benützt schon vorhandene echte der sich vorlindenden

 einfachen und daher minderwertbigen alten Arbeiten und passt

sie seinen kostbarer aussehenden neuen Stücken an, oder er stattet ein

markirtes altes, aber geringeres Stück beliebter Provenienz entsprechend

reich aus, um einen hoben Preis zu erzielen. Bei gefälschten Gegenständen

 aus Edelmetall kann es vorkommen, dass nur ein Bestandtheil sammt

echten Punzen und Stempeln von einem alten Gegenstände herstammt.
            
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