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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 120)

seinem Sinn und er wird ihrer nie ganz Herr werden. Erst mit der wiederkehrenden

Freude an der Arbeit wird auch die Modesucht und die Verenderliehkeit der Form schwinden,

 und wir werden wieder Mobilien bekommen, die jede Mode überdauern. Die böse

Redensart, udaS ist nicht weit hern, die uns mit der Verachtung des Einheimischen und

der Nachahmung des Fremden so geläufig geworden ist, sollte ganz und gar verschwinden.

 Wenn wir uns wieder um die Arbeit unseres Volkes bekümmern - und des sollte

unser aller Pflicht sein -, so wird der Arbeiter auch nicht mehr mit wenig Selbstschätzung

 sagen: nlk bin man'n Handwerkern, sondern wird stolz darauf sein. Er wird

sich dadurch gehoben fühlen, dass sich der Gebildete um seiner Hände Werk bekümmert.



Bücher-Revue.

"Quellenschriften für Kunstgeschichte und Kunsttechnik des Mittelalters

und der Renaissance", herausgegeben mit Unterstützung des k. k. Ministeriums

 für Cultus und Unterricht von R. v. Eitelberger. Wien,

bei Braumüller.

ln diesen Tagen werden die Bande lX und X dieses Sammelwerkes ausgegeben,

von denen der erstere eine eingehende} besonders aber durch Mittheilung vieler bisher

unedirter Urkunden wichtige Arbeit über Donatello von Prof. Dr. Hans Semper in Rom

enthält. Unter dem Titel: nDonatello, seine Zeit und Schulen, bietet die Schrift

zunächst eine allgemeine Würdigung des Künstlers und seiner Mitstrebenden, worin sein

Verhaltniss zu den älteren Künstlern von Florenz und die Entwicklung seines Styles aus

den älteren, zum Theil noch dem Mittelalter angehörenden Richtungen uns besonders gelungen

 erscheint. Auch finden wir hier den Unterschied zwischen seinem Streben und

der Richtung Lorenzo Ghiberti's fein charakterisirt. Hieran schliesst sich die vom Verfasser

besorgte Uebersetzung des Vita di Donatello aus dem Vasari und die theilweise Uebertragung

 einer Schrift des I6. Jahrhunderts, welche die Verherrlichung eines der gefeiertsten

 Werke von Donatello, das Elogio della Statua di S. Giorgio an der Fassade

von Or San Michele in Florenz, zum Gegenstands hat. Der Autor ist Francesco Bacchi,

der darin eine zwar vielfach überladene und weitschweiiige, aber für die Beurtheilungsweise

 der Zeit sehr bezeichnende Würdigung dieses Hauptwerkes geliefert hat. in's

Deutsche wurde die Schrift zum ersten Male hier übertragen, und zwar von C. Cerri

in Wien. Der erste Anhang bringt ein Verzeichniss aller Werke Donatellcfs, nach der

Entstehungszeit geordnet; der zweite dann eine regestenartige Zusammenstellung von Documenten,

 welche sich auf Donatello beziehen; der dritte Anhang ergänzt diese Mittheilungen

 aus bisher ungedruckten Quellen; den Schluss macht die Literaturangabe und ein

genau gearbeitetes Register.

Nicht Weniger werthvoll ist die Gabe, Welche der Verfasser des X. Bandes, Dr. G.

Lochner, Archivar in Nürnberg, in der hier veranstalteten neuen Außage von Johann

Neudörfefs i-Nachrichten von Künstlern und Werkleuten-i nach den Nürnberger

Manuscripten bietet. Der Arbeit des alten Schreib- und Rechenmeisters vom Jahre r547,

des Zeitgenossen eines Dürer, Kraft, P. Vischer, Jarnnitzer, Beham und anderer hervorragender

 Künstler und Kunsthandwerker der altberühmten Reichsstadt, ist auch ihre

alle Fortsetzung von Andreas Gulden aus dem folgenden Saculum beigegeben, und auf

die weiteren Benutzungen und Erweiterungen der Schriften Beider durch Doppelmayr

und Will fortwahrend Rücksicht genommen. Aber wir erhalten damit nicht blos eine

Verbesserung der schlechten alten Ausgabe von Carnpe, sondern es bringt der Herausgeber

 hier eine ausserordentliche Fülle von neuen Mittheilungen über die Lebensverhältnisse

 der dort besprochenen Künstler, welche in den Anmerkungen gesammelt erscheinen.

Mehrere dieser Berichtungen, insbesondere jene über Kraft und Vischer, durften die kunstgeschichtliche

 Würdigung der betreifenden Meister neu begründen. Der Verfasser, welcher

in seinen Personennarnen aus Dürer's Briefen bereits von seinem grossen Schatz archivalischer

 Kenntnisse der Kunstgeschichte so bedeutende Beiträge gewidmet hat, leistete mit

der vorliegenden Schrift dieser Wissenschaft sowie der Geschichte des Kunsthandwerks

einen ganz besonders werthvollen Dienst.

"Monumente des Mittelalters und der Renaissance aus dem Sächsischen

Erzgebirget- etc. 50 Grossfolio-Blätter in Lichtdruck von Rörnmler

und Jonas, unter artistischer Leitung von Carl Andreae. Dresden,

G. Gilbers.

Auf Anregung und unter dem Protectorate l. M. der Königin Carola von Sachsen

werden hier die vorzüglichsten Kunstdenkmäler des südlichen Sachsens in photographi-
            
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