Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1887 / 8)

41?

werke zu Bollenz war. Früh äußert sich seine Neigung zur Kunst; er zeichnet, zuerst

vom Vater angeleitet, mit Fleiß und Liebe zu allen freien Stunden des Tages, oft auch

halbe Nachte lang; Blätter von Callot, die ihm in die Hände fielen, wusste er bald

täuschend zu copiren. Mit 17 Jahren nach seinem Heimatsorte Schwyz zurückgekehrt,

beginnt er ohne nachweisbare Anregung von Außen, wie er berichtet, mit selbst ninventirten-

 Instrumenten zu graviren und bald wkrazte er gar nicht schlechtu; 1710 tritt er

bei Wilhelm Knauer in Sitten als Pragschneider in Arbeit, vorübergehend versucht er

auch als Goldschmiedlehrling sein Glück. 171a finden wir ihn in den Toggenburger

Religionskrieg verwickelt, er macht auf Seite der Katholiken die unglückliche Schlacht

von Villmergen mit, legt aber dann die Waffen für immer nieder. 1713 übersiedelt er

mit Knauer, der die Münze der Stadt Luzern in Pacht genommen, dahin und schneidet

dem Meister alle Münzstempel; bekannt ist aus dieser Zeit nur die sogenannte Luzerner

Medaille. 1716 geht er nach Montbeliard, dann nach Nancy; 1717 ist er in Paris, wo er

mit de Lancre und de Launay in Beziehung tritt und für Beide mehrere Medaillen ausführt.

 An der von Ludwig XIV. gegründeten Akademie für Medailleurstechkunst sucht

er gründlichere künstlerische Ausbildung im Zeichnen und Bossiren, lernt besonders bei

und von Launay, auf den er dann auch eine schöne Medaille prägt. Launay's Empfehlung

verhilft ihm 1718 zu der durch Karlsteen's Tod erledigten Stelle eines schwedischen

Hofmedailleurs. ln Stockholm schafft er eine Reihe von Medaillen, welche in Composition

 und Ausführung zu den schönsten und gehaltvollsten Kunstwerken dieser Art

gehören; aber er sucht auch tüchtige einheimische Künstler heranzubilden und durch

Prägung von Kupfermedaillen seine Kunst zu popularisiren und den Sinn des Volkes für

dieselbe zu wecken. Der Verfasser schildert diese Thatigkeit, wie auch die gleichzeitigen

politischen Vorgange in Schweden ausführlich, berichtet über Hedlingefs Reise nach

Italien, seinen Aufenthalt in Wien, Kopenhagen und Petersburg, seinen Besuch in der

Schweiz und in Berlin. Nach Stockholm zurückgekehrt, führt Hedlinger zahlreiche

Medaillen aus, von denen die auf seinen Freund Keder, jene mit seinem Selbstportrüt

und die beiden sagen. Lagom-Medaillen die berühmtesten sind. Hedliirger fasst auch,

durchdrungen von der Wichtigkeit der Medaille als eines unzerstörbaren Geschichtsdenkmales,

 den Plan, die Geschichte Schwedens in ihren Hauptzügen in Metall zu graben.

Eine Denkschrift, welche er in dieser Angelegenheit dem Könige Friedrich und dem

Kammercollegium unterbreitet, findet Genehmigung und Hedlinger geht sofort an's Werk.

Er entwirft sammtliche Jetons und führt a3 Stück mit eigener Hand aus. Nach z3jahriger

Abwesenheit von seiner geliebten Heimat kehrt er endlich dahin zurück, gründet sich

einen Hausstand und schafft bis zu seinem 1771 erfolgten Tode unermüdlich weiter.

Unter vielen anderen Arbeiten ragen aus dieser Zeit das Medaillen auf Friedrich den

Großen und die Medaillen auf Maria Theresia, Karl Xll. und K. G. Tessin besonders

hervor, welche den herrlichsten Schöpfungen der Pragekunst beizuzahlen sind.

Hat es der Verfasser verstanden, den Lebensgang Hedlingefs mit all' seinen

Einzelnheiten zu schildern, die eine Fülle liebenswürdiger Zuge des trelflichen Mannes

aufweisen und die Entwickelung seines großen Talentes wie den Einfluss, den er auf

die Kunst ausübte, zu lebendiger Anschauung bringen, so erwirbt er sich Dank und

Anerkennung auch durch ein seinem Werke angefügtes Verzeichniss aller Hedlingefschen

Medaillen und Jetons nebst Angabe, wo sie bei de Mechel und Füeßli-Haid abgebildet

sind. Dem Buche sind schließlich drei Tafeln mit Lichtdrucken beigegeben. E. L.

Bibliographie des Kunstgewerbes.

(Vom A5. Juni bis 15. Juli 1887.;

I. Technik u. Allgemeines. Aesthetik.

Kimstgewerblicher Unterricht.

Baugewerkschulen, Die deutschen, in den

lelzten zu Jahren. (Zeitschr. f. gewerbl.

Unterr. II. 4.)

Bergmann, J. Ueber das Schöne. Analytische

 u. histon-kritisehe Untersuchungen.

gr. S". III, zol S. Berlin, Mittlerßz Sohn.

M. 3'647.

Blanc, C. Grammaire des ans du dessin:

architecture, sculpture, peinture, jnrdins,

grnvures en pierres fines, gravures en

medailles, gravure en tailIe-douce, eauforte

 maniere noire, aquazinte, gravure

en bois, camaieu, gravure en cnuleurs,

lithographie. 79 edit. 8". 695 p. avec fig.

Paris, Lnurens.

Bude, W. Italienische Bildhauer der Renaissance.

 Studien zur Geschichte der

italienischen Plastik und Malerei aufGrund

der Bildwerke und Gemälde in den kgl.

Museen zu Berlin. Mit 43 Abbildgn, grfß".

VIII, 300 S. Berlin, Spemann. M. m-go.

Bouquet, F. La Chapelle du rnanoir des

l Moulineaux präs Rauen, uotice historique
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.