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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1871 / 67)

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wähnten Topfe gleichen - ein cclatantes Beispiel für das schon ohen

erwähnte Festhalten an der einmal beliebt gewordenen Form.

Die Thonwaaren von Ariano bei Benevent sind sämmtlich Fayencen

mit weisser zinnhältiger Glasur, also eigentliche Majuliken, die sich technisch

 genommen in nichts von den par excellence so genannten italienischen

 Fabricaten früherer Zeit unterscheiden. Masse und Glasur, ja selbst

die Wahl und. Anwendungsweise der Farben ist völlig analog den alten

Majoliken. Die Glasur ist ein milchiges oder wo der Thon des dünnen

Auftrages wegen durchschimmert, elwas röthliches Weiss; unter den Farben

 herrscht das bekannte lebhafte Gelb vor, daneben erscheint Grün,

Blau und Schwarz für die Contouren in häufiger Anwendung. Wir haben

auf der beiliegenden Tafel (Fig. 1) ein Triukgofass abgebildet, das von

drr Decorationsweise eine Idee zu geben geeignet, zugleich aber auch

durch die eigenthümlicho Art, in welcher es benützt werden muss, wenn

man daraus trinken will, hemcrkenswerth ist. An- den hohlen als Röhren

gebildeten Henkeln befinden sich Oeffnungen, durch die eine Communication

 mit dem Innern des Geßisses hergestellt wird, so dass man die

darin befindliche Flüssigkeit aufsaugen kann, ganz wie wir dies bei vielen

alten und auch bei orientalischen Trinlcgeschirreu selten. (Unter den

Kriigen aus Apulien ist ein mit einer ähnlichen Vorrichtung ausgestattetes

 Exemplar.) Eine Kanne (Fig. 5) und eine Flasche (Fig. 6) zeichnen

sich, namentlich die erstere, durch Eleganz der Form ganz besonders

aus, bei beiden kommt wiederum vorwiegend die Gestaltungsweise der

Renaissance zur Geltung, während beispielsweise die kleine Lampe (Fig. 4)

und ein Oeltropfgefäss völlig im antiken Sinne gebildet sind.

Bedeutend geringerer Qualität in Bezug auf geschmackvolle Ausführung,

 immer noch aber besser als was man etwa diesseits der Alpen

von derartigen Fabricaten zu sehen gewohnt ist, sind die Producte der

ländlichen Töpferkuust Calabriens. Es sind dies ebenfalls Majoliken,

aber die Reminiscenzen an die guten Vorbilder treten bei ihnen weniger

hervor als etwa hei denen von Ariane. Die Glasur hat meist einen

schweren, bläulichen Ton, zu dem die blaue und gelbe Malerei nicht besonders

 harmonirt. Man könnte diese Calabresei- Pcterien am ehesten

den ordinären Delfter Wasren vom Ende des 17. Jahrh. vergleichen.

Noch weiter zurück stehen die Thongeschirre, die aus dem Innern

von Sieilien kommen. Es sind nur Exemplare einer Specias, die die

CaslellnnYsche Sammlung aufweist, nämlich bauchige Flaschen mit kurzem,

engem Halse, mit oder ohne Ausgussrohr, theils aus schwach glasirtem,

theils aus unglasirtem, hellgelbem Thon, und letztere ohne Zweifel als

Kühlgelässe gebraucht. Kaum die allgemeine Linie des Umrisses gemahnt

an ihren Ursprung auf classischem Boden, es findet sich aber an ihnen

weder eine Spur farbiger Verzierung, noch ist das Bestreben erkennbar,

die Form irgendwie zu veredeln. Ist diese Repräsentation der populären
            
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