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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe VI (1891 / 11)

Theeschalen, Japan; drei gedämpfte Thongefäße aus einem inkagrabe bei Lima, Geschenk

der Frau Dr. v. Sprung; zwei Schalen Alt-Satsumn. - Saal V; Bronzerahmen, ilalien.

Renaissance. -- Saal VI: Kasten mit eingelegter Arbeit, ausgeführt von Franz Wiesauer

in Gmunden. - Durch die Kunsthandlung C. Neumann wurde vom 26. October bis

X5. November im Saale IX die Kunstsammlung des verstorbenen Regierungsrathes Franz

Kulschera, bestehend aus Oelgemälden, Aquarellen, Handzeichnungen und Kupferstichen

ausgestellt.

Bemzh des Museums. Die Sammlungen des Museums wurden im Monat

Oclober von 10343, die Bibliothek von 172.4 Personen besuchi.

Litteratur-Bericht.

Uebersicht der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses.

 8". 380 S. mit 4. Plänen. Preis 60 kr. - Führer durch die

Sammlung der kunstindustriellen Gegenstände. kl. 8". VIII, 236 S.

Preis 40 kr. Verlag der kunsthistor. Samml. des Allerh. Kaiserhauses.

Das erste der oben genannten Bücher hat die Aufgabe, die Besucher des am 17.

v. M. eröffneten kunsthistorischen Hufmuseums über das Gebäude und den großartigen

Reichthum des kaiserlichen Hauses an Kunstwerken verschiedener Art im Allgemeinen zu

orientiren. Für das eingehender: Studium der einzelnen Abtheilungen sind specielle nFührero

bestimmt. Für die Watfensammlung ist ein solcher Specialführer, verfasst von Wendelin

Boeheim, bereits vor längerer Zeit erschienen; der zweite umfasst die Sammlung der

kunstgewerblichen Gegenstände aus dem Mittelalter, der Renaissance und der neueren

Zeit und wurde mit der allgemeinen rüebersichtu am Tage der feierlichen Erölfnung

des kunsthistorischen Hofmuseums ausgegeben.

Die l-Uebersicht der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten

 Kaiserhausesu wurde von den Vorständen und Fachbeamten der einzelnen

 Abtheilungen des Museums verfasst und von Albert llg redigirt. Das Buch enthält

zunächst eine kurze Geschichte der Entstehung des kunsthistorischen Hofmuseums aus

den einzelnen, schon seit dern 16. Jahrhundert bestehenden Sammlungen. Hieran

schließt sich die Beschreibung des Gebäudes und seiner künstlerischen Ausschmückung

mit genauer Angabe aller Künstler, welche an der letzteren mitgewirkt haben. Darauf

folgt der kurz orientirende Führer durch die bisher raumlich getrennt gewesenen und

nun in einem der prunkvollsten Monumentalbauten Wiens vereinten, in 85 Ausstellungssalen

 geordneten Kunstschätze des kaiserlichen Hauses, namlich die Sammlung der

ägyptischen Alterthümer, die Antikensammlung, die Sammlung der Münzen und Medaillen,

 die Sammlung der kunstindustriellen Gegenstände aus dem Mittelalter bis in die

neuere Zeit, die Watfensarnmlung, die Gemäldegalerie, das ljeroon von Gjblbaschi und

das Lapidarium. Plane des Tief- und des Hochparterres, des I. und des ll. Stockwerkes

ermöglichen dem Besucher das rasche Zurechtfinden in dem weithtuligen Gebäude und

erhöhen die Brauchbarkeit dieser sehr zweckmäßig eingerichteten und hübsch ausgestatteten

 nUebersichtt, welche sich natürlich darauf beschränken musste, nur die wichtigsten

 der in den einzelnen Abtheilungen zur Schau gestellten Objecte besonders hervorzuheben.



Anders der von Albert llg verfasste specielle x-Führer durch die Sammlunig

der kunstindustriellen Gegenständen. Dieser wFührern ist eine bedeutend erweiterte

 Bearbeitung des in der i-Uebersichtu (S. 183-244) enthaltenen Wegweisers

durch diesen im Hochparterre in den Salen XVll-XXlVFl aufgestellten Theil der kunsthistorischen

 Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses. In dieser erweiterten sorgfältigen

 Bearbeitung ist kein bedeutendes Stück der an hervorragenden Schöpfungen des

Kunstgewerbes so reichen kaiserlichen Sammlung unerwähnt geblieben, Künstlernamen,

Marken und Monogramme sind überall genau angegeben, häufig ist auch auf jene fürstlichen

 Personen hingewiesen, welche mit den einzelnen Gegenständen der Sammlung als

Besteller oder Besitzer im Zusammenhange stehen. Für Iachwissenschaftliche Studien in

dieser Abtheilung des kunsthistcrischen Hofmuseums ebenso wie in der Watfensammlung

werden daher selbstverständlich in erster Linie diese speciellen nFühren, deren praktische

 Benützbarlteit durch Beigabe von Künstler- und Markenregistern sehr leicht noch

erheblich gesteigert werden könnte, zur Hand zu nehmen sein. R-r.

N
            
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