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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

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Fürst  nach  germanischer  Weise  mit  dem  Schwerte  gürte.  Der  tapfere  Jüngling  ging  daher
gerade  zum  Gepidenkönig  Kunimund  und  bat  denselben,  er  möge  ihn  nach  germanischer
Weise  bewehren.
Der  Gepidenkönig  empfing  den  Feind,  der  einen  seiner  Söhne  getödtct  hatte,
gastlich,  setzte  ihn  an  seinem  Tische  an  dessen  Stelle,  und  als  der  unausweichliche  Wortstreit ­
  zwischen  den  langobardischen  und  gepidischen  Königssöhnen  schon  in  Tätlichkeiten
auszubrechen  drohte,  nahm  der  König  seinen  Gast  in  Schutz  und  nmgürtete  ihn  nach
Germanenweise  mit  dein  Schwerte  des  Gefallenen.

Goldgesäße  auä  dem  Schatze  von  Nagy-Szent-Miklös.

Der  Krieg  zwischen  den  Langobarden  und  Gepiden  erneuerte  sich  unter  der  Regierung
Alboins,  der  sich  mit  den  Avaren  verbündet  hatte,  um  die  Gepiden  zu  vernichten.  In  der
Entscheidungsschlacht  trafen  sich  die  Könige,  Alboin  erlegte  Kunimund,  ließ  nach  dem
Siege  dessen  Hirnschale  in  Goldfassung  zu  einem  Trinkbecher  umgestalten  und  nahm  seine
Tochter,  die  schöne  Rosamunde  der  Sage,  zur  Frau.
Der  Ruhm  Alboins  und  seiner  Helden  verbreitete  sich  in  alle  Länder,  und  als  Narses,
der  berühmte  Feldherr  Justinians,  der  das  ostgothische  Reich  in  Italien  vernichtet  hatte,
unter  Justin  II.  von  der  Kaiserin  tödtlich  beleidigt  wurde,  rief  er  die  Langobarden  nach
Italien.  Sie  wanderten  alle  aus  demDonaubecken  aus,  wo  dieMacht  der  Gepiden  vernichtet
war  und  die  Avaren  von  den  Karpathen  bis  zur  unteren  Donau  die  meisten  Slavenstämme
            
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