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MAK

Full text : Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

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weisen,  dass,  wenn  sie  nur  um  ein  Geringes  überladen  oder  nicht
ganz  ihrer  Form  entsprechend  gestaut  sind,  die  Gefahr  des  Kenterns ­
  eine  sehr  ernste  wird*).
Seit  der  erwähnten  Katastrophe  des  „Captain“  lässt  wohl
keine  Kriegs-Marine  ein  neues  oder  ungestautes  Schiff  in  See
gehen,  ohne  vorerst  die  Lage  seines  Systemschwerpunctes  und
die  daraus  resultirenden  Stabilitätsverhältnisse  auf  das  Genaueste
prüfen  zu  lassen.  In  der  Handels-Marine  sind  jedoch  noch  keine
derartigen  Vorsichtsmaassregeln  bekannt.  Es  ist  indessen  vorauszusehen, ­
  dass  die  Assecuranz  -  Gesellschaften  sich  sehr  bald
von  der  Einseitigkeit  der  Certificate  überzeugen  werden,  welche
die  von  ihnen  erhaltenen  Veritas-Anstalten  ausstellen,  und  dass
sie  bei  Bemessung  ihrer  Prämien  es  für  nothwendig  halten  dürften, ­
  neben  den  genauen  Dimensionen  der  einzelnen  Bautheile
und  der  Beschaffenheit  der  Ausrüstungsgegenstände  auch  einigen
Aufschluss  darüber  zu  verlangen,  ob  die  Schilfe,  welche  sie  assecuriren
  sollen,  ihren  elementarsten  Existenz-Bedingungen  entsprechen, ­
  nämlich  ob  sie  in  der  Lage  sind,  sich  unter  allen
Wechselfällen  des  Meeres  aufrecht  zu  erhalten.
So  lange  die  Gesetze  des  Wasserwiderstandes  nicht  nach
allen  Richtungen  vollständig  bekannt  sind,  ist  es  erklärlich,  dass
von  Zeit  zu  Zeit  Schiffstormen  erfunden  werden,  welche  für  sich
die  Vortheile  einer  grösseren  Geschwindigkeit  in  Anspruch  nehmen. ­
  In  diese  Kategorie  gehört  offenbar  das  neueste,  vom
Ober-Ingenieur  der  brasilianischen  Marine,  Herrn  Augusto  de
Carvalho  vorgeschlagene  Constructionssystem,  welches  durch  das
Blockmodell  der  kais.  brasilianischen  Schaluppe  „Trajano“  in  der
Ausstellung  vertreten  war.  Der  genannte  Fachmann  construirt
alle  Quersectionen  seiner  Vorschiffe  mit  vollkommen  verticalen
*)  Die  Annalen  der  Schiffahrt  verzeichnen  in  der  That  während  der
letzten  Jahre  eine  so  grosse  Anzahl  verloren  gegangener  Dampfer,  über  deren
Verschwinden  keine  Rechenschaft  gegeben  werden  kann,  dass  die  Annahme
durchaus  nicht  unbegründet  erscheint,  es  habe  ein  beträchtlicher  Theil  derselben ­
  ihren  Untergang  auf  die  bezeichnete  Weise  gefunden.  Diese  Ansicht
ist  in  England  bereits  vielseitig  geltend  gemacht  worden,  und  ein  vorzüglicher ­
  Artikel  in  der  Zeitschrift  „Naval  Science“  (April-Heft  1872)  behandelt
diese  Frage  in  sehr  erschöpfender  Weise.
            
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