Nr. 6
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG
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Erasistratos, wie denn überhaupt Streitsucht und Ruhmredigkeit
zu den schlechten Eigenschaften des Galen gehören. Aber die
von ihm bevorzugten und überlieferten Kranstausdrücke der
Heilkunde, von denen er auch marache selbst geschaffen hat,
sind in den Sprachgebrauch fast aller Völker übergegangen.
Noch immer heißt bei uns eine fieberhafte Hautentzündung Rotlauf
und eitle bösartige Geschwulst Krebs, so wie Galen sie
getauft hat. So groß das Bestreben heute ist, Fachausdrücke
der Medizin in die eigenen Landessprachen zu übertragen —
so häufig ist es gar nicht möglich, präzise griechische Wortbildungen,
wie Chirurgie, Arhythmie und dergleichen, zu übersetzen.
Die Schrift des Galen ist von Meyerhof photographiert
und übertragen worden und er hofft, die ganze Schrift demnächst
im Rahmen des von der Berliner Akademie herausgegebenen
Korpus der griechischen Aerzte veröffentlichen zu können.
PHILATELIE.
(2000 Pfund für ein Briefmarkenalbum.) Der König von
England, bekanntlich einer der größten Markensammler der
Welt, hat die berühmte australische Briefmarkensammlung
von Pur vi es, die in ihrer Art einzig dasteht und seinerzeit
an der philatalistischen Ausstellung von Melbourne mit einer
goldenen Medaille prämiiert wurde, um 2000 Pfund Sterling
käuflich erworben.
(Masaryk - Jubiläums - Ausgabe.) Aus Prag wird uns geschrieben:
Am 1. März wurden aus Anlaß des 80, Geburtstages
des Präsidenten der Republik Dr. Masaryk die
Masaryk-Jubiläumsmarken mit dem Porträt des Präsidenten
Stahlstich nach einem Entwurf von Jan Sluyters ausgeführt
und zeigen Rembrandt vor einem Gemälde „Die Staafmeesters“.
(Neuheiten.) Für die Industrieanleihe erschienen in Rußland
zwei Propagandamarken zu 5 Kopeken orangeibrarun
und 10 Kopeken meergrün. Die nicht recht verständliche
Zeichnung der ersteren trägt ein Schwungrad, aus welchem
Werbeinschriften hervorströmen, einen Arbeiter und verschiedene
Maschinenräder. Die 10 Kopeken trägt einen Aufmarsch
von Traktoren, — In Spanien kam nun eine dritte Auflage
der Barcelona-Ausstellungsmarke heraus. Die 5 Centimos
wiurde nun braun und gelb. — Im Zusammenhang mit der
neuen Serie mit lateinischer Schrift erschien in der
Türkei noch die 50 Kurus rot und schwarz mit dem Porträt
von Mustafa Kemal.
VERSCHIEDENES.
(Rilke-Ausstellung in Leipzig.) Die von der Deutschen
Bücherei in Leipzig kürzlich erworbene Rilke-Sammlung des
Leipziger Literaturhistorikers Dr. Fritz Adolf Hiinich ist,
vervollständigt durch Briefe, Handschriften und andere Rilke-Relliquien
aus dem Besitze des Rilke-Archivs in Weimar und
des Professors Anton Kippenberg zur Zeit der allgemeinen
Besichtigung zugänglich. Die größten Kostbarkeiten der
Ausstellung sind die Manuskripte, die verschiedenen Fassungen
und die Erstausgaben der Werke. Die Manuskripte in Rilkes
klarer, fast kalligraphischer Handschrift: „Die Weise von Liebe
und Tod des Cornet Rilke", die in mehr als 350.000 Exempla-Fig.
1, Dürer, Der hl. Christophorus B. 103,
Versteigerung bei Hollstein & Puppel.
29. und 30. April.
dem Verkehr übergeben. Es handelt sich um Postwertzeichen
von 2, 3, 5 und 10 Kronen. Sie sind ähnlich ausgestattet wie
die 50 und 60 Heller, die schon seit Neujahr im Umlauf sind.
Zwei Postämter in Prag (Nr. 1 und 7) und einige Postämter im
Lande haben am 7. März, dem eigentlichen Julbiläumstage, die
aufgegebenen Korrespondenzen mit einem Jubiläums-Stempel
versehen, der diesen Marken einen höheren Wert
verleiht.
(Rembrandt-Marken.) Zugunsten der Rembrandt-Vereinigung
in Amsterdam, die sich die Erhaltung und Vermehrung der
niederländischen Kunstwerke zur Aufgabe gemacht hat, hat
die niederländische Postverwaltung eine Rembrandt-Marke
ausgegeben, für die zu den einzelnen Wertstufen ein
Aufschlag von 5 Cents erhoben wird. Die Marken sind in
ren verbreitet ist, ,,DaS : Stundenbuch“, „Aufzeichnungen des
Mailte Laurids Bnigge", „Das Marienleben“ bis zu den „Duineser
Elegien“. Zu jedem Werke gehören auch die späteren Ausgaben
und die Übersetzungen, Dem „Marienlaben" sind Heinrich
Vogelers Zeichnungen beigegeben. Aus der Jugendzeit verschiedene
Gedichtbücher, von denen Rilke später nichts wissen
wollte. Das erste, das er gelten ließ, war die Sammlung „Mir
zur Feier“ aus dem Jahr 1899, das Hünic'h später für die Leipziger
Bibliophilen herausgegeben hat. Auch Dramen aus der
Jugend fehlen nicht. An die Zeit, da Rilke Sekretär bei Rodin
war, erinnert seine Monographie ,,A, Rodin“. Eine zweite
Monographie ist dem Malerdori Worpswede gewidmet, zu dem
Rilke am Anfänge des Jahrhunderts in nahen Beziehungen
stand, Die vorliegende Handschrift dieses Buches enthält eine
bisher unbekannte Einleitung, in der Rilke die Worpsweder