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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 12)

Teich zusammengeflossen sind und hier Farbenspiele von höchster 
Schönheit und Leuchtkraft, köstlichen Edelsteinen gleich, hervor- 
zaubern. Durch I-Iinzufügung von figürlichem Schmuck, wie Wasser- 
frauen, die halben Leibes aus den 
Wellen emportauchen oder Fischen 
und anderer Seewesen entstehen 
Gebilde von überaus phantastischer 
Farben- und Formenwirkung. Einen 
noch grösseren Aufschwung dürften 
diese plastischen Arbeiten dadurch 
erhalten, dass es der Manufactur 
gelungen ist, eine Porzellanmasse 
herzustellen, die sich freihändig 
modelliren lässt, eine Eigenschaft, 
welche die gewöhnliche Masse, die 
zu kurz und brüchig ist, nicht besitzt. 
Sie kann nur geformt werden, bei _ A "F" mmmbig" Ghsm" , 
complicinen Stücken ein Sehr mühe- königliche Porzellan-Manufactur Berlin 
vollesVerfahren, das dem Kunstwerk viel von der Frische undUnmittel- 
barkeit der ersten Erfindung nimmt. Dein Bildhauer ist jetzt ein 
billiges, schnell fertiges und zugleich farbenreiches Material gegeben, in 
dem er seine plastischen Entwürfe in vornehmer Form vorführen kann. 
Aber mit dem Gebrauch 
der farbigen Glasuren für pla- 
stische Arbeiten ist die Ver- 
wendung dieses Decorations- 
mittels noch nicht erschöpft. 
Schon liegen neue Versuche 
vor, die der Porzellanrnanu- 
f actur noch nach einer anderen 
Richtung hin ein unerschöpf- 
liches, überaus lohnendes Ar- 
beitsfeld eröffnen. Man hat 
begonnen, wundervolle einfar- 
bige Glasuren in tiefen, leuch- 
tenden Tönen, unter denen 
besonders ein herrliches Blau 
sich auszeichnet, auf Porzellan- 
fliesen herzustellen und diese unregelmässig geschnittenen Fliesen, 
deren Umrisse den Conturen der Zeichnung folgen, zu Mosaikbildern 
zusammenzufügen, ganz in der Art der modernen farbigen Glasfenster 
 
 
Kübel mit farbigen Glasuren 
königliche Porzellan-Manufactur
	        

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