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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 7 und 8)

 
Franziska Hofmanninger, Studie 
reiche Zeichnerin wurde, deren Spitzen und Stickereien sich selbst den 
luxusgewohnten Westen erobert haben und auf so vielen Ausstellungen 
siegreich waren. Sie und Mathilde Hrdlicka sind auch zwei I-Iauptnamen in 
dem illustrierten Berichte unserer ZeitschriftlNr. 5 und 6 dieses Jahres) über 
die letzte I-Iausindustrieausstellung im k. k. Osterreichischen Museum. Diese 
fruchtbaren weiblichen Gehirne sind Hauptquellen des Geistes, der die moderne 
österreichische Spitzenhausindustrie belebt. Es ist der Geist von heute, der 
aus dem Leben schöpft, aus der unendlichen Ornamentalität unserer Umwelt; 
Mensch, Tier, Pflanze, lebloses Objekt, Alles in ganz unerwarteter Weise 
„Motiv". Nämlich für ein Auge, dem das Motivsehen angeboren ist, dem sich 
das Gesehene von selbst organisiert, stilisiert, unter bestimmte technische 
Bedingungen einordnet, spitzenhaft, stickereimäßig, applikierbar. Bei Fräulein 
Hofmanninger finden sich diese Eigenschaften in hervorragendem Maße. 
Ich sehe da die unterschiedlichsten Dinge festgehalten, teils aus dem 
Gedächtnis, eine Geberde als Arabeske, eine Szene als Flecksystem, die 
Welt als Fläche, auf das Zweidimensionale zurückgeführt, teils aber auch der 
Natur nachgebildete Gegenstände, in der Federzeichnung (wie Fettkraut- 
motiv, Kastanien, Blütenzweige, Kreuzspinnen und dergl.), die man gleich 
für Intarsien verwenden möchte. Es ist viel Laune dabei, viel „Mornent", 
Einfall des Zufalls, mit etwas von seiner unvorhergesehenen Pikanterie. Da 
sind Kinder in elegant chiffonnierten weißen Kleidchen mit langen schwarzen 
Strümpfen oder iigurante Damen in Schleiern und Blumen, das schwarze 
Fragezeichen der Federnboa um 
die schlanke Gestalt geschlungen. 
Es gilt vielleicht nur einen Pastell- 
versuch, aber das Talent hat seine 
Keckheit, die mit ihm durchgeht 
und ohneweiters bildlich wird. So 
eine Boadame ist so dankbar, so 
 
Franziska Hofmanninger, Studie 
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