MAK

Full text: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 7 und 8)

 
Franziska Hofmanninger, Bordilre 
Erinnerungsbilder, die in den Raum hineingesetzt. Angezogen von jenem 
unerklärlichen Zauber, den der Raum eben durch seine Räumlichkeit ausübt. 
Es ist horror vacui dabei, nicht physikalisch sondern ästhetisch genommen. 
Die Hand, die ihn fast spielerisch ausfüllt, ist sich gar keines wirklichen Vor- 
satzes bewußt, sie folgt ihrem Trieb, Hand will Händewerk. Dies und das 
wird schon wirkliche omamentale Studie und ist doch für gar keinen Zweck 
bestimmt. Es bleibt rein „Materia ". Diesen Zweig Eberesche mit Beeren 
wird sie gewiß einmal als dekorative Füllung verwenden. Warum nicht? 
Und es wäre schade, diese famosen Pilze, die sie mit der Feder der Natur 
nachstudiert hat, nicht als Applikationen wiederzusehen. Dieser Zitronen- 
zweig, dieser rote Erikazweig, dieser in Linien aufgelöste Krebskopf, der 
sich streifenweise vervielfältigt, sie haben ihr dekoratives Gesetz im Leibe 
und dekorieren wie von selbst. Es ist wirklich hübsch ihnen zuzusehen, wie 
sie nach und nach dahinter kommen, unter der richtigen Hand natürlich. 
Im Anfang unserer modernen Bewegung fehlte es nicht an Stimmen, die die 
alte Spitze für unantastbar erklärten. Vor ihr werde der modemisierende 
 
Franziska Hofmanninger, Bordüre
	        
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