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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 3)

Prof. Springer selbst diejenigen Mitglieder nominirt, welche nach seiner Ansicht 
die geeignetesten sind, die Direction der Gesellschaft zu führen. Da Niemand 
mit der ganzen Idee so vertraug ist, wie Herr Prof. Springer, von dem die 
Anregung ausgegangen, ist, so halte ich es für angaeigt, wenn wir nur einfach 
beschliessen, dass wir als Congress die Gründung einer solchen Gesellschaft als 
einen wichtigen Factor zur Begründung eines methodischen Vorlagen-Werkes 
mit Freude begrüssen, und dass wir Prof. Springer ersuchen, diejenigen Mass- 
regeln zu ergreifen, welche im Q. 6 liegen, um den Plan zur wirklichen Durch- 
führung zu bringen. 
Dr. Bruno Meyer: Ich müsste mich auf mein Gefühl sehr wenig ver- 
lassen können, oder ich bin berechtigt zu glauben, dass wir mit einer solchen 
Behandlung der Sache HerrniProf. Springer einen schlechten Gefallen thun 
würden. Wenn Herr Prof. Springer auf eigene Hand eine Gesellschaft zu 
irgend welchem Zwecke begründen will, so weiss er allein, dass er das thun 
kann, und er ist Mannes genug, etwas, was er für richtig erkannt hat, auch 
allein durchzuführen. Wenn er sich also mit einem Plane an den Con- 
gress wendet, so beabsichtigt er mehr, als eine oberflächliche Anerkennung 
zu ernten und quasi die Erlaubniss zur Durchführung seines Projectes zu 
bekommen. Er wünscht, dass der Begründung einer solchen Gesellschaft 
durch die Patronage des Cdngresses der Charakter einer wichtigen gemein- 
nützigen Unternehmung beigelegt, und dieselbe durch Anlehnung an den 
Congress zu einer Art von Ehrensache für das ganze Fach gemacht werde. 
Wir sollen daher meiner Ansicht nach nicht den uns zugeworfenen Ball ihm 
wieder unbesehen und unverändert zurückwerfen, ihm, der uns Ideen darge- 
bracht hat, unsererseits mit leeren Händen entgegenkommen, sondern wir sollen 
ihm eine Gesellschaft stiften, womöglich gleich mit einem Stamm von Mitglie- 
dern, und ihm, seinem eigenen Wunsche gemäss, Jemand passendes an die 
Seite stellen, urn gemeinsam mit ihm den Plan in weitestem Umfange zu ver- 
wirklichen. Nur beiläufig möchte ich darauf hinweisen, dass wir durch die 
vorangegangene Besprechung und den ihr entflossenen Beschluss bereits materiell 
auf den Springefschen Antrag eingegangen und über das Stadium der Zurück- 
legung desselben in seine Hände schon hinweg sind. Wir haben freilich dabei 
die Vorfrage vergessen. Ich beantrage daher, nunmehr sofort durch Abstim- 
mung dem Vorschlage Springer zur Begründung der Gesellschaft wAlhertinaI 
beizutreten und demnächst nach ß. 6 des Programms zu verfahren; wobei ich 
es für selbstverständlich halte, dass Professor Springer selber in den leitenden 
Ausschuss hineingewählt wird. 
Custos Lippmann: Ich beantrage, auf dem Congresse ein Comite zu 
wählen, das sich mit Prof. Springer ins Einvernehmen zu setzen beauftragt 
wird, und das dann erst aus seiner Mitte einen Ausschuss wählt. 
Prof. Woltmann: Ich beantrage, einen vorläufigen Ausschuss von drei 
Mitgliedern zu wählen. 
Custos Lippmann conformirt sich mit Woltmann's Antrage. 
Hofrath v. Eitelberger: Ich muss daran erinnern, dass Prof. Springer 
auch Ausländer im Ausschuss: zu sehen gewünscht hat, und dass ein solcher 
Ausschuss, wie er hier den Herren vorzuschweben schei-it, seinen Absichten 
nicht entspricht. ' 
Prof. Woltmann: Dem lässt sich dadurch begegnen, dass wir dem Aus- 
schuss und Prof. Springer das Recht der Cooptation geben. 
Geheitnerath Schöne: Unsere ganze Debatte über diesen Punkt schwebt 
S0 lange in der Luft, wie wir noch nicht über den ganzen Plan einig geworden 
sind. Ich bitte daher zunächst die nöthige Basis dadurch zu schaffen, dass
	        

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